Thomas Leon Heck

lese gerade das handschriftl. kriegstagebuch aus dem 1. weltkrieg

des aus magdeburg (kaiser friedrich- straße 6) stammenden wilhelm scabell (1895-1971). es ist wohl das härteste, das ich an primärzeugnissen je gelesen habe. schützengräben voller leichen, herumfliegende körperteile, alles voll gestank. hunger, müdigkeit, läuseplage, regen, matsch, kälte. und das alles für 1 paar meter schützengraben landgewinn. 1600 granaten in 1 stunde auf 1 breite von 1200 metern. abstumpfung geht einher mit konzentration aufs überleben.
aber auch poesie: Lerchen über leichenbergen.
und späße, besäufnisse.
beispiele aus der landsersprache: der "grüne heinrich" ist 1 granate, die grünen rauch absondert. lausoleum nennen sie 1 kirchenschiff in ripont, das zum badezimmer umgewidmet ist.
möglicherweise bin ich der 1. außer dem verfasser und seinem sohn, der das liest. es kam aus dem nachlass eines schweizer antheckuars zu mir.
tragisch die mehrfachen berichte von etlichen toten aufgrund von "friendly fire". 1x sollte er 1 feindlichen graben mit granaten bewerfen, fand aber rechtzeitig heraus, dass darin landsleute waren!
es geht um die https://de.wikipedia.org/wiki/Winterschlacht_in_der_Champagne

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