Thomas Leon Heck

Ich las gerade die autobiografie des tübinger Literaturwissenschaftlers Hans Mayer.

Aus lokalen gründen gibt es zahlreiche persönliche beziehungen von mir zu personen, die er erwähnt und durch deren abermalige aufzählung ich hier niemanden ermüden will. Wer oben rechts in die suchmaschine ihre namen eingibt, findet alles nennenswerte: es sind erich fried, ernst zinn, paul levi (rosa luxemburgs lebenspartner), pius XII (nur bzgl kurt gerstein), konstantin von neurath, kronprinz wilhelm, clara zetkin, heinrich uhlendahl, friedrich beißner, inge und walter jens, Hap grieshaber, rolf hochhuth, schah reza pahlevi.
aber noch nie oder sehr selten berichtet hab ich von den bei mayer ferner erwähnten, dass die lebensgefährtin von walter hallstein haushälterin bei 1 meiner kunden war, dass ich die ausbürgerungskarteikarte des jüd. Hitlerbiografen konrad heiden hatte, dass mich die cousine des verlegers siegfried unseld im tübinger restaurant museum bedient hat, dass der pianist robert alex. Bohnke mein kunde war ebenso wie die frau des emigrierten literaturwisenschaftlers paul hoffmann, dass ich mit dem schwager von alfred hrdlicka per du bin, dass ich 1 von aug. wilh. Schlegels angeblichem sohn gemaltes gemälde hab, dass bernhard vogel als ministerpräsident schirmherr oder eröffnungsredner eines kongresses in trier war, auf dem ich als jüngster redner 1 lateinischen vortrag hielt. Und die tübinger buchhändlerin julie gastl besaß meine autobiografie, die nach ihrem tod bei meiner konkurrenz und im internet landete.
Aber am schönsten, was selbstbezüglichkeit betrifft, fand ich meine beziehungen zu unbelebten sachen, die mayer erwähnt:
1. Das porträt von ernst bloch, das willi geiger schuf und das ich meiner erinnerung nach in blochs wohnung hängen sah. Blochs sohn jan robert hasste es, weil es ihm selbst so ähnlich sei. Er hat mir teile der urschrift des „prinzips hoffnung“ verkauft.
2. Das restaurant kleber-post in saulgau, in dem mehrfach die GRUPPE 47 tagte und von wo ich mehrere kunstwerke erwarb, auf denen die blicke erstrangiger dt. literaten geruht haben könnten.
3. Im hotel krone in TÜ, wo mayer öfter wohnte, hatte ich mehrere meiner frühen auktionen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Mayer_(Literaturwissenschaftler)

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