vom gelände der ehem. reichsgartenschau auf dem kille(r)sberg in stgt ins kz riga deportiert, wo sie erschossen wurde. an ihrem 50. geburtstag hatte sie den einberufungsbefehl erhalten! als mir ihr neffe friedrich haarburger 1991 bücher brachte, sagte er quasi im gehen: "ich hab daheim auch solche bilder". während er von dem schicksal seiner tante alice berichtete, bekam ich SOLCHE ohren. auf meine frage, weshalb er so lange darüber geschwiegen habe: "wir haben uns geschämt"! als opfer! er selbst überlebte nur als "nachkomme aus privilegierter mischehe", vertrat aber bis zu seinem tod vehement die position, dass die deutschen nicht alle antisemiten gewesen seien oder vom holocaust gewusst hätten. für mich eine paradoxe situation. bei jedem anderen hätte ich - vielleicht allzu schnell - das etikett "ewiggestriger" parat gehabt, aber hier?! die stadt stuttgart wollte zwar 1991 des 50. jahrestags der deportation gedenken, diese künstlerin dabei aber unter den teppich kehren. ich protestierte bei OB rommel, der immerhin veranlasste, dass die stadt die stgt-motive kaufte und ausstellte. ich verkaufte anschließend alle ca 120 werke von haarburger. als mein bester kunde starb, der ca 50 werke von ihr hatte, verkaufte ich diese wieder alle, so dass ich 2x ausverkauft bin. mein katalog über alice haarburger ist seit langem vergriffen, ich suche für die 2. auflage sponsoren. die stadt reutlingen, wo a. haarburgers vater der vielleicht größte arbeitgeber und gewerbsteuerzahler war, hat bis heute keine ausstellung für die künstlerin ausgerichtet. eine schande. immerhin hat die evang. kirche dies getan. unvergesslich und unbegreiflich die worte des dekans, der den gästen "für Ihren mut zu kommen" dankte. "mein kampf" für die künstlerin war schwer, aber erfolgreich. so hieß es z.b. immer wieder seitens des kunsthandels:"wo ist sie verzeichnet? was hat sie für preise gebracht?". dabei war ihr werk doch jahrzehnte lang verschollen. aber: ein "schöner" erfolg für die künstlerin ist, dass ihr schon bald bilder untergeschoben wurden, die gar nicht von ihr waren. ferner darf ich sagen, dass die mehrzahl der 2740 einträge zu alice haarburger bei google auf meine aktivitäten zurückgehen, bes. die benennung der alice haarburger straße in böblingen. die dortige stadtverwaltung hat dankenswerterweise eine ausstellung für diese malerin veranstaltet. diese führte dazu, dass mir jemand den teilnachlass von ernst schneidler anbot, meinem lieblingskünstler. ich rede hier bewusst nur von der geschäftlichen seite der vermarktung, da ich kein freund von öffentlichem bekenntniszwang auf diesem heiklen gebiet der deutsch-jüdischen tragödie bin, der zumindest auf mich kontraproduktiv wirkt. für mich ist helmut kohls wort von "der gnade der späten geburt" das intelligenteste aus dem mund dieses mannes.