Der neue biographische Roman von Felix Huby und Hartwin Gromes über „Die Kerners“ ist zwar gut geschrieben und inhaltlich interessant, aber durch etwa 100 Fehler entstellt. Als ich dies Frau Huby mitteilte, lachte sie nur laut. Ihr Mann hat nicht etwa nachgefragt, um welche es sich handelt. Den tollsten hat das TAGBLATT auch noch in seinem Fortsetzungsroman abgedruckt (Folge 79). Demnach fand 1817 folgende Unterhaltung statt: „Der Chemiker Justus Liebig soll da ja eine Art mineralischen Dünger entwickelt haben“. Richtig ist, dass Liebig damals gerade 14 Jahre alt war, sein Chemiestudium erst 1819 begann und seine bahnbrechenden Entdeckungen zur chemischen Düngung erst um 1840 machte. Somit ist der Fehler etwa so peinlich wie die Armbanduhr im Ben-Hur-Film. Dass dies in der langen Kette von den Autoren (einer ist Professor) bis zur Tagblatt-Redaktion niemand merkte, ist schon witzig. 1 Exemplar von Liebigs Buch zu dem Thema Düngung, das er einem Assistenten geschenkt hat, biete ich hier an.