Thomas Leon Heck

leberleiden

In dem Haushalt eines pleitegegangenen Honorarkonsuls befand sich ein Gemälde, das der ehemalige Verteidigungsminister Georg Leber gemalt hatte, ein äußerst dürftiges Stilleben mit Banane.
Dass Leute zu therapeutischen Zwecken malen, kann ich nur begrüßen, jedoch wundere ich mich immer wieder über das Selbstverständnis, mit dem derartige Produkte auch noch verschenkt werden. Es erstaunte mich daher nicht, dass der Konsul gerade dieses Werk bei seiner Abreise hinterließ.
Bei einem Vortrag von mir bei Jung-Rotariern nahm ich dieses Bild mit, deckte die Unterschrift ab und bat mit den Worten "Den Künstler kennen Sie alle" um Äußerung über die Qualität des Gemäldes. Die Bewertung fiel sicher günstiger aus, als wenn ich nur gesagt hätte, daß der Urheber Herr Jedermann ist.
Als das Bild nach Jahren noch nicht verkauft war, nicht einmal an einen Militariasammler, bot ich es dem Leber selbst an. Ich kann verstehen, daß er es nicht zurückkaufen wollte. Später gelang es mir dann, das Gemälde an das Württembergische Landesmuseum, Abteilung Naive Kunst, Unterabteilung Arbeiterkultur zu verkaufen. Als ich Leber von dieser erfreulichen Entwicklung benachrichtigte, reagierte er nicht mehr, wahrscheinlich fühlte er sich veräppelt.

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sehr große techn. zeichnung einer turbine v. august zillhardt an der Königlich Württembergischen Höheren Maschinenbauschule stgt 1911, plakat v. Georg BAUS für das buch v. Hans und Margarete driesch "Fern-ost - Als Gäste Jungchinas", Brockhaus 1925.
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