Thomas Leon Heck

da nahm ich an, das nicht sehr spannende werk eines biederen heimatmalers vor mir zu haben, und finde heraus,

dass er als pazifist im kz sachsenhausen starb. sein gemälde mit einer dorfansicht aus dem hohenlohischen entstand zudem noch im schicksalsjahr 1933. Der in Berlin geborene akademische Maler Otto Albrecht (1881–1943) lebte als freischaffender Künstler in Amlishagen. Ein Auftrag hatte ihn 1912 in den kleinen Ort in Hohenlohe geführt, in dem er seine Frau Emma kennenlernte. Der Erste Weltkrieg und die Erlebnisse an der Front prägten Otto Albrecht nachhaltig. Der Künstler wurde zum überzeugten Pazifisten. Diese innere Haltung und seine Ablehnung des Nationalsozialismus führten wohl zur Denunziation der Familie. 1942 wurden Otto und Emma Albrecht von der Gestapo verhaftet. Auch ihre damals in Berlin studierende Tochter Gisela, die später ebenfalls Künstlerin wurde, war vorübergehend in Haft genommen worden. Emma Albrecht wurde 1943 aus dem Konzentrationslager entlassen. Otto Albrecht überlebte die Haft nicht, 1943 starb er mit 62 Jahren im KZ Sachsenhausen.
bemerkenswert, dass mein lieblingskolllege diesen beitrag hier las und sich seines gemäldes von amlishagen erinnerte, dessen motiv er nur durch die form der stadtmauer identifiziert hatte, dessen maler er aber nicht erkannt hatte. als er das gemälde nun abhängen wollte, fiel es ihm herunter. dabei löste sich der rahmen und die signatur wurde erst so sichtbar. es war von demselben maler!

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schreiben d. jüd. händlers adler soma aus budapest 1930, umfangr. entnazifizierungsakte v. ernst jaggy, sohn des bürgermeisters karl j. von mössingen, bücher aus d. bibl. v. georg kahlbaum