Habe gerade vor mir kistenweise akten aus dem nachlass eines streithammels, der in 4 monaten etwa 30 prozesse führte! Und das in vergleichbarer dichte über jahrzehnte hinweg. Da fühle ich einerseits bewunderung für die energie, mit der er (sich ver-)kämpfte, andererseits bedauern über das viele üble, das ihm angetan wurde. Er selbst war aber auch kein unschuldslamm und bekam mehrere gefängnisstrafen, die er z.t. absaß. Keiner war vor ihm sicher, weder mieter noch mitarbeiter, weder lieferanten noch käufer oder sein bruder. Auf verwaltungsbeamte hatte er es besonders abgesehen. Er beschäftigte behörden vom bürgermeisteramt bis zu ministerien. Selbst seine eigenen anwälte verklagte er scharenweise. Er schrieb briefe an den gauleiter und an den stellvertreter des führers in der überzeugung, dass hitler sich seiner sache annehme. Womöglich war das kontraproduktiv, da er wg querulanz für 5 jahre in 3 KZs kam, was ihn tragischerweise sicher in seinem gefühl bestätigte, alle seien gegen ihn. Erstaunlich ist, dass er, womögl. nur mit volksschulabschluss und ohne höhere bildung (so schrieb er mehrfach debremierend statt deprimiert), sich oft ohne anwälte an die gerichte wandte, bis hin zum bundesverfassungsgericht. ein vielköpfiger senat dort lehnte seinen antrag einstimmig ab. darunter war richter heck, der mal was bei mir bestellte und mir gleichzeitig ungefragt erklärte, wir seien nicht miteinander verwandt. Der querulant stellte seine anträge in erstaunlich gewandter form. Oft beantragte er aber auch anwälte auf armenkosten. Hinterlassen hat er seiner witwe fast nichts. der geringste streitwert betrug unter 8 reichsmark, die teuerste kostenrechnung (vom gegner 1923 zu bezahlen): 1 078 528 469 000 000, 00 (1 billiarde)