vom 9. auf den 10.11.1938. Dabei wurden die Synagoge von haigerloch schwer demoliert und zahlreiche Häuser beschädigt. Nach bisherigem erkenntnisstand wurden zehn jüdische Kaufleute: Leopold Hirsch, Siegfried Katz, Alfred Levi, Hermann Levi, Wilhelm Levi, Benno Reutlinger, Paul Singer, Max Ullmann, Louis Ullmann, Sally Ullmann sowie der Lehrer Gustav Spier verhaftet und später in das KZ Dachau eingeliefert. Laut dem mir vorliegenden originaldokument aus dem gefängnis von haigerloch sind siegfried katz und Paul Singer aber nicht verhaftet worden, dafür louis bernheimer, 1 angehöriger der heute noch sehr bedeutenden kunsthändlerfamilie, und julius levi. Mein dokument trägt die signaturen aller 11 „schutzhäftlinge“ in 7 zellen, die sich selbst verköstigen wollen und das essen durch ihre angehörigen beziehen. Der reichsfiskus übernehme keine verpflichtung. die 11 kamen zwar nach Wochen aus dem KZ frei, es wurden später aber mindestens 7 von ihnen ermordet! Sogar die NS-Führung sah ein, dass die Ausschreitungen zu weit gegangen waren. Noch am 10. November, dem tag meines dokuments, befahl Goebbels das Ende der Aktionen. Der übernächste tag brachte die endgültige Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben, denn mit der „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben" vom 12. November 1938 kam die wirtschaftliche Betätigung der Juden restlos zum Erliegen: Unter anderem war den obigen Juden jetzt das Betreiben von Einzelhandelsgeschäften und der selbständige Betrieb eines Handwerks verboten.