Ich erwarb den Nachlass des Reutlinger Malers Paul Beuttner, den die Erben komplett zuvor bereits der Stadt als Geschenk ohne Erfolg angeboten hatten. Darunter befand sich das Porträt einer Frau in Betzinger Tracht, das ich dem Kulturamtsleiter einzeln für 1000 DM anbot. Er kam zu diesem Zweck das erste und einzige Mal in meinen Reutlinger Laden. Er wollte aber das Bild nicht. Daher verkaufte ich es an einen Händler, der es reinigte, rahmte und für 3500 DM an einen weiteren Händler verkaufte. Dieser bot es der Stadt Reutlingen, vertreten durch den erwähnten Amstleiter, abermals zum Kauf an, diesmal für 7000 DM. Nun wollte er das Bild doch tatsächlich auf einmal kaufen. Aber dazu war die Zustimmung des Gemeinderats nötig. Die Reutlinger Gemeinderätin Ursula Menton, deren Mann ein Schüler Beuttners ist, rief mich an, um die Sache zu überprüfen. Offen erzählte ich ihr die Geschichte. Es kam im Gemeinderat zum Eklat, und dann wurde ein Untersuchungsausschuss eingesetzt, der ausging wie das Hornberger Schießen, und die salomonische Lösung war bloß die, das Bild für 7000 DM einfach gar nicht erst anzukaufen (s. GEA v. 9.2.1990, S. 9). Zwei der drei mit der Sache belasteten Kulturbeamten brachen den Kontakt zu mir ab, indem Sie einen witzigen Beuttner-Holzschnitt, den ich ihnen als Zeichen der Versöhnungsbereitschaft meinerseits geschenkt hatte, zurücksandten. Wieso ich für anderer Leute Dämlichkeit allerdings bestraft werden soll, leuchtet mir bis heute nicht ein.