Ich lese gerade die biografie des mörders von august von kotzebue, carl sand. Er studierte in tübingen theologie und brachte den erfolgsschrifststeller 1819 um, weil der ihm zu prorussisch (!) war und zudem deutsche ideale seiner zeit verspottet hatte, während der nationalistische sand mit messianischem sendungsbewusstsein agierte, in dem glauben, gott gemäß zu handeln. Alles phänomene, die einem in der heutigen zeit wiederbegegnen. Sand wurde hingerichtet, seine tat führte zur repression liberaler bewegungen im lande, die erheblich mit ihm sympathisierten. So auch der gründer der tübinger predigeranstalt, jonathan friedrich bahnmaier, der ein gewisses verständnis für sands idealistische nationale und liberale motivation äußerte. Der könig von württemberg missbilligte dies so, dass er bahnmaier strafversetzte nach kirchheim/teck. 1976 schrieb die universität tübingen einen wettbewerb aus zum thema dieser strafversetzung, den ich in meinem 1. semester gewann. Dies brachte mir den ehrenvollen eintrag in die bibliographie zum 500-jährigen jubiläum der universität ein.