Ein von mir jüngst produzierter, dann aber selbst entdeckter und tapfer offenbarter fehler in einem lateinischen satz erinnert mich an einen der wenigen triumphalen momente meines lebens: in einer altgriechischen stilübung an der uni TÜ hatte ich den satz „die straße führt nach syrakus“ ins griechische übersetzt und dabei französisch mener (=führen) und griechisch menein (=bleiben) verwechselt. Diese interferenz war ein grober fehler und hätte auch als solcher bewertet werden müssen. Doch ich staunte nicht schlecht, als der dozent vor allen erklärte, er wolle mir dafür nur einen halben fehler berechnen, da er annehme, dass ich irgendeinen obskuren neutestamentlichen beleg für meine übersetzung beibringen könne! Da ich damit rechnen musste, bei ihm auch im examen geprüft zu werden, wollte ich natürlich nicht an meinem nimbus kratzen. Gelegenheit dazu ergab sich, als der mann jahrzehnte später an meinem laden vorbeiging und ich erfreut ausrief: „guten tag, herr dr. w.“ doch anstatt näherzukommen, ergriff er die flucht mit den worten: “guten tag, herr heck. Ich brauche aber gar keine bücher mehr.“, und seine frau fügte mit entsprechend abwehrender geste hinzu: “ja, das stimmt, er hat überhaupt keinen platz mehr“!