Vor vielen jahren verkaufte ich ein ölgemälde als „nolde-umkreis“. Der erwerber glaubt aber fest daran, einen nolde erworben zu haben, und hat mir tatsächlich eine kryptische signatur gezeigt, die der künstler im 3. reich irgendwo versteckt haben soll. Wenn er recht hätte, wäre das der größte fehler meines lebens, da ich mich nur auf meine eigene einschätzung verlassen hatte und keinen nolde-experten zuzog. Der optimistische kunde hat jedenfalls das gemälde in einem labor untersuchen lassen, das jetzt – m.E. zu unrecht – im rahmen der jüngsten fälschungsskandale durchsucht wurde. Dabei tauchte in einer beschlagnahmten datei der name meines kunden und seines „nolde“ auf. Nun schickte ihm der polizeipräsident von berlin einen brief, in dem er nach der herkunft der „fälschung“ fragte. Selbstverständlich erlaubte ich dem kunden, mich als quelle zu benennen, zumal außer ihm niemand glaubt, es handle sich um einen nolde, so dass von einer fälschung schlechterdings nicht ausgegangen werden kann.