In einer biografie einer deutschen kaiserin fand ich ein griechisch-byzantinisches wort, das ich mit meinen fast 20 semestern altgriechisch nicht herleiten konnte. Bei google fand ich es nur 1x in einem polnischen eintrag, was mir nicht weiterhalf. So postete ich gestern mein problem bei facebook, wo unerwarteterweise innerhalb weniger minuten die frage geklärt wurde, ausgerechnet von „mistkerl mürmann“, und das, obwohl er kein griechisch kann. Des rätsels lösung bestand darin, dass der biograf das wort dreifach falsch geschrieben hatte, während ich natürlich bei einem so gelehrten autor von einer korrekten schreibung ausging. Mürmann hingegen ließ sich von google nicht entmutigen und forschte bei wikipedia weiter, wo ihm die SUCHMASCHINE die richtige variante vorschlug! So kommen also 1 mistkerl und 1 suchmaschine weiter als ich mit meiner humanistischen bildung! Hat also richard david p-recht, wenn er meint, bildung in zeiten des internets sei nicht mehr das erlernen von faktenwissen? Ich weiß natürlich, dass sie nie NUR das war. Immerhin kann ich mich damit trösten, dass meine sog. bildung mich über 70 jahre nach erscheinen der biografie (als ersten?) einen ihrer schwerwiegenden fehler entdecken ließ. Aber im moment ist von selbtbewusstsein in puncto bildung bei mir nicht viel mehr übrig als zweifel und einbildung.