Mein jüngster neueingang: der nachlass eines fliegers, der 1938 mit 12 jahren in ein ns-elite-internat kam, die napola backnang, von wo aus er hunderte briefe nach hause schrieb, die nun bei mir sind. Schon mit 15 wurde er flak-helfer und lechzte ab da nach seinem ersten kriegseinsatz. Noch im april 1945, als selbst hitler schon alles verloren gab, hoffte er, dass der vormarsch des feindes im schwarzwald aufgehalten werden könne, und falls er eine waffe hätte und auf einen russen träfe, so würde er davon gebrauch machen. Er gehöre nicht zu denen, die jetzt türmen! Sein weg, den diese briefe fast vollständig belegen, führte ihn vom jungmann in die kriegsgefangenschaft mit 19 jahren. Am bemerkenswertesten finde ich dass er in einem späteren bewerbungsschreiben (wohl aus den 50ern) von „7 verlorenen jahren“ spricht, während doch seine begeisterung bis zuletzt angehalten hatte und die gefangenschaft nur 1 ½ jahre dauerte dass er sich in demselben schreiben 10 jahre älter macht und zu diesem zweck auch die beigefügten zeugnisse fälschen musste dass seine kinder diese dokumente einfach entsorgen.