Thomas Leon Heck

Kunden aus der hölle (fortsetzung):

wir haben bei ebay 1 signierten holzschnitt von gerhard grimm für 28€, für den der künstler selbst das 10fache und ein kollege woanders das 5fache verlang(t)en. Jetzt bekamen wir 6 mails von einem interessenten: er wollte zunächst wissen, weshalb manche unserer blätter von grimm signiert und manche zusätzlich nummeriert seien und ob das etwas über die echtheit aussage. So weit, so gut. Doch dann fragte er: „Wie sehen Sie die Unterschiede des Werts und dessen Entwicklung zwischen nummerierten und nicht nummerierten Exemplaren“. Ich hatte nie das blatt mit wertsteigerungsgarantie angeboten. Diese kuriose frage zeigt aber, wie kunst landläufig gesehen wird: alles andere wird bis zum schrottwert konsumiert, kunst aber muss im wert steigen. Da fragte ich mich schon, ob ich verarscht werde, zumal der name des kunden dem eines titanic-autors gleicht. Zuletzt verlangte er, da er in der schweiz wohnt, dass ich ein ausfuhr- und zollformular ausfülle, damit er die mehrwertsteuer in höhe von 1,80€ (EIN EURO) spart! Und selbst als wir ihn höflich baten, doch einfach vom kauf abstand zu nehmen, schrieb er zurück, er würde jetzt kaufen. doch da hatten wir ihn schon gesperrt.

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