Mein enkel hat sich beim baumbesteigen einen arm gebrochen. ganz der opa: stürmisch, aber ungeschickt. Seine mutter fragt nun bei facebook, was er jetzt in den ferien machen könne. Ich schlage holzhacken vor, wie es kaiser wilhelm II. mit seinem nicht gelähmten arm auch tat. Wie ich zu diesem wissen komme, ist eine der kuriosesten geschichten meines lebens: Bringt ein kunde bücher, darunter 30 bände „schwäbische heimat“, die ich am wochenende gemütlich durchblättere, mehr oder weniger zwecklos. dabei entdecke ich 1 gemälde abgebildet, das bei mir im laden steht und das ich nun schnell verkaufen kann. Aber ich entdecke auch in einem der jahrgänge aus dem 3. reich (die nazis waren ja die erste grüne partei: das ist kein zynismus, sondern ein historische tatsache, die ich aber gern zur diskussion stelle) ein plakat an einer dorfscheune, das als verschandelung der landschaft angeprangert wird. Auf dem plakat wirbt ein reutlinger ölhändler namens joachim von der linde für sein benzin. Der name fiel mir auf, da er auf der rückseite eines gemäldes von egbert patzig stand, dessen nachlass ich habe. Ich begann zu recherchieren und fand heraus, dass ein polizist in ...ingen das kriegstagebuch von der lindes besitzt. Linde war der chef der leibwache von kaiser wilhelm II! in seinem tagebuch beschreibt er den alltag, seinen und den des kaisers. Darin heißt es u.a.: „majestät hackte heute wieder 2 stunden holz in garde du corps-uniform“ (zitat aus dem gedächtnis). Auch der offizierston mutet fast karikaturenhaft an, z.b.: „famose stimmung im offizierskasino“. Unfassbar schließlich, dass man, während der gemeine soldat an der front verreckte, einen einzelnen jagdhund aus frankreich holte, um mit ihm in ostpreußen zu jagen!