als ich in tübingen zu studieren anfing (1976/77), war der terrorismus in der brd auf seinem höhepunkt. ich habe mich an der jagd auf die täter aktiv beteiligt. heute bin ich in dusslingen, wo gudrun ensslin und ihr verlobter, bernward vesper, ca 1-2 jahre lebten. daher las ich nun seine autobiographie DIE REISE. sein vater war der nazi-dichter will vesper, ein ladenhüter bei mir seit jahrzehnten. in bernward vespers buch entdeckte ich ca 100 fehler, für die der autor nur zum teil etwas kann, da er lange vor der veröffentlichung starb. am aufschlussreichsten ist sein fehler, das englische flaggschiff, das vom deutschen schlachtschiff bismarck versenkt wurde, ROBIN HOOD zu nennen statt nur HOOD. ich kannte zwar nicht den namensgeber, es war mir aber intuitiv klar, dass die admiralität des englischen königs ihr stolzestes kriegsschiff NICHT nach einem gesetzlosen wie robin hood nennen würde (tatsächlich war der namensgeber admiral samuel hood). dass vesper DIES nicht gespürt hat, beweist eine gewisse lebensfremdheit. vielleicht hat er seine rolle als die eines modernen robin hood gesehen, was ihn eventuell unempfindlich machte für die sichtweise des staates. bernward, geb. 1938, gest. 1971, wandelte sich vom anhänger der rechten ideen zu deren bekämpfer und studierte auch in TÜ. mein seit unserem auszug leerstehendes haus dort sollte gar als kulisse für einen RAF-film fungieren.