Heute war ich zu meinem 8. prozesstermin gegen die kreissparkasse in tübingen. (und gäbe es in dusslingen ein gericht, würde ich fast gar nicht mehr hier rauskommen.) auf dem weg fuhr ich durch eine lange straße voller erinnerungen. Meine frau kann – wenn wir wo durchfahren - fast überall einen verehrer nachweisen, bei mir sind es meist geschäftliche erlebnisse: am anfang der straße wohnt ein jurist, der mir mal ein buch präsentierte, „aus dem altpapier mitgenommen“. Ich als laie musste ihm als dr. jur. sagen, dass das von den gerichten als diebstahl betrachtet wird! Viel später versteigerte ich den nachlass seiner exfrau, mit deren mutter ich auch schon geschäfte gemacht hatte. Ein paar häuser weiter: hier räumte ich den nachlass einer adligen psychologin, die sich das leben genommen hatte, ebenso wie jahre später ihr anwalt, der mir diesen auftrag verschafft hatte, sie dem wahn nahe, er in der schuldenfalle. Dann kommt ein restaurant, wo wir oft gegessen haben: sein inhaber hatte einen autounfall, bei dem sein söhnchen ums leben kam. Dann fuhr ich an der kanzlei des schwächsten anwalts vorbei, den ich je hatte, aber auch an der meines derzeitigen und relativ erfolgreichen. Es folgt die wohnung eines journalisten, der sich unerkannt über den kiesinger-nachlass bei mir informierte und schon am nächsten tag alles in die zeitung setzte, was zwar einen riesen medienhype gab, aber auch den abbruch der beziehung zur kanzlerwitwe zur folge hatte. Am schönsten die geschichte eines griechisch-deutschen ladeninhabers, der mir eine wundervolle bronze verkaufte, die angeblich ein geschenk des königs von ägypten an den könig von griechenland war. Sein vater soll sie bei einer auktion im palast von athen ersteigert haben. Als ich melina mercouri als griechische kultusministerin anschrieb, um mir dies bestätigen zu lassen, erhielt ich zur (vorzeigbaren) antwort, dass der auf dem kamel reitende negroide knabe „wohl kein könig von griechenland“ sei. Ich verkaufte die wundervolle bronze, eine der schönsten meines lebens, auch so und erwarb sie nach dem tod des käufers von seinem erben sogar wieder zurück. Daneben die wohnung eines bauträgers, von dem ich mal eine immobilie erwarb, im nachbarhaus eine burschenschaft, wo ich bei einer hochzeit war: unvergesslich furchtbar, dass ich mich von meiner schwägerin dabei zum tanzen zwingen ließ. Um welche straße handelt es sich?