Thomas Leon Heck

Willkommen auf thomasleonheck.de, der Seite des Tübinger Auktionators, Verlegers, Antiquars und Kunstexperten Thomas Leon Heck.


spinn’ ich?

vor ca 15 jahren stand eine unfassbare geschichte über einen geschäftsmann in der zeitung, bei dem ich kunde war. wochen später war sein geschäft geschlossen. jetzt lernte ich ihn selbst kennen: er gibt an, nichts von der story mitbekommen zu haben! dann hätte ihm das NIEMAND gesagt außer mir, und das nach 15 jahren!!?? zum glück bestätigt meine frau meine erinnerung, sonst würde ich glauben, ich spinne. jetzt haben wir den sohn des geschäftsmannes auf die recherche angesetzt., ich bin gespannt, was er herausfindet!

sargnagel telefonwerbung

oft riefen mich früher mehrere lästige telefonwerber an 1 tag an! jedesmal musste ich irgendetwas unterbrechen. einmal habe ich mich dabei so aufgeregt, weil der anruf von duden kam (eigentlich eine seriöse firma), dass ein dieb die chance nutzte, mir von george grosz ECCE HOMO (wie passend) zu klauen, das noch nicht einmal bezahlt war (foto unter www.collectorsloss.com). da es auch vielen anderen so erging, hat die regierung die strafen drastisch erhöht. das half. seitdem ich in dusslingen bin, ist die zahl der telefonischen belästigungen um ca 90% zurückgegangen, so dass ich micht nicht mehr jedesmal aufrege. meistens lasse ich die lästlinge in der leitung schmoren. in der zeit können Sie niemanden sonst nerven. nachdem aber die firma “sumo scout” aus laatzen innerhalb weniger tage mehrfach anrief, jedesmal unter dem falschen vorwand, sie habe mir infomaterial geschickt, habe ich nach jahren mal wieder eine abmahnung verlangt. die haben mir nun schriftlich erklärt, dass sie bei jedem weiteren anruf oder fax eine vertragsstrafe an mich zahlen! so sparen sie immerhin 1000€ gerichtskosten. jetzt bin ich gespannt, ob die so blöd sind, mich noch mal anzurufen. wenn ja, gibt es FREIBIER für alle, die diesen blog kommentieren oder “gefällt mir” drücken.

das selbe ist nicht das selbe wie das gleiche.

Vor einigen tagen kaufte ein kunde 2 ziemlich seltene bücher, zu denen er einen familiären bezug habe. Gestern brachte er mir kistenweise bücher aus der aufgelösten leihbibliothek seiner firma, darunter diese 2 bücher! Wenn es die selben waren, würde das bedeuten, dass er sie nun doch nicht behalten will. Das wäre wahrscheinlicher als wenn es die gleichen wären, denn dann hätte er bei mir etwas gekauft, was er von seiner firma tage später wohl geschenkt bekommen hätte. Kann ich ihn danach fragen??

Edvard Munch hat mit einem Tübinger korrespondiert!

der brief von 1937 war neulich im handel: An den Tübinger Romanisten Kurt Wais (1907–1995), der ein von Munch geschaffenes Portrait von Stéphane Mallarmé für seine Biographie des Dichters verwenden wollte: munch schreibt (in recht fehlerhaftem deutsch): “Ich habe ein Lithografi Mallarmés gemacht – Ich habe nur ein Paar davon und ich musste Ihnen denn ein Fotografi davon schicken [...] Ich habe damals Mallarmé in seine sehr einfachen Empfangs abends besucht – Sonst verkehrte ich in Café Lilas Monparnasse wo ich mit junge Freunde Mallarmé’s zusammen war – Es waren auch Freunde von Paul Gaugin damals auf Thaiti und Freunde der verstorbenen Verlaine und van Gogh. Mallarmé schrieb mir damals das er das Bild sehr gut fand“.
Munch lebte von 1896 bis 1898 in Paris. Kurt Wais’ Biographie Mallarmés erschien 1938
unter dem Titel „Ein Dichter des Jahrhundert-Endes“, wobei Munchs Portrait für den
Umschlag verwendet wurde.

die familie von kurt wais waren unsre nachbarn in der tübinger melanchthonstraße und haben dankenswerterweise unsere katze übernommen, als unsere tochter das tier wg allergie abgeben musste. so haben sie etwas von dem gutgemacht, was munch – womöglich unwissend – an seiner katze verbrochen hatte: in seiner biografie las ich, dass ihm vermutlich seine eigene katze im benachbarten lokal als hasenbraten vorgesetzt wurde. er hat sie gegessen!

ein teil der bücher von kurt wais ist übrigens bei mir gelandet.

DER SCHREI eines lesers und versteigerers:

Munchs SCHREI ist mit 120 Mio $ NICHT das teuerste je veräußerte Gemälde. Das ist Cézannes Werk KARTENSPIELER für 275 Mio $.
Die ständige mediale Darstellung solcher Höchstpreise auf Auktionen hat zu einer völlig verzerrten öffentlichen Wahrnehmung von Auktionen geführt, denn in Wirklichkeit sind sie nicht vor allem Orte von hohen, sondern – wegen des schmalen Zeitfensters – eher von niedrigen Preisen. So waren sie schon immer günstige Einkaufsquellen für den Handel. Auch ich verkaufe das Meiste auf meinen Auktionen an Händler.
Bei Ebay ist es offenbar dasselbe: Die Preise bei den dortigen „Auktionen“ sind in der Regel niedriger als in den Shops, weshalb die Zahl meiner Shopangebote dort zu- und die meiner „Auktionen“ um 99% abgenommen hat, was auch dem allgemeinen Trend bei Ebay entspricht.

kurioser neueingang:

ein gemälde, das einen “kamerunneger” namens “wilhelm” (!) zeigt, wie er in seinem einboot vor der küste von togo mit einer hakenkreuzfahne in der hand begeistert einem riesigen deutschen dampfer entgegenpaddelt. dieses gemälde wurde als einbandbild des um 1940 in RT erschienenen buchs “erhards afrikafahrt” verwendet!

Seit juni 2011 bin ich bei facebook

und habe 10 monate gebraucht, um 100 freunde zu sammeln und nun kein verachteter MOF mehr zu sein (= mensch ohne freunde). Als ich im juli 2011 einen füller von boris palmer wohltätig versteigerte, spottete ich, er habe bei FB nur 1 freund, da hätte ja sogar ich mehr. Vielleicht hat ihm das jemand zugetragen, jedenfalls bekam er fast stündlich einen neuen freund, als er sich kurz darauf intensiv bei FB engagierte. Insofern sind 100 + x  für mich in 1 jahr mager. Aber ich will mich nicht beklagen. Spannend finde ich die grobe statistische analyse der menge: die frauen sind mit ¼ klar in der minderheit. Schade. Die größte gruppe sind meine (ex-) mitarbeiter(innen, was mich freut), dicht gefolgt von medienvertretern und kulturschaffenden. Am bemerkenswertesten finde ich die gruppe der mir unbekannten personen: mit etwa 10% verbinde ich weder ein gesicht noch eine erinnerung, wollte aber nicht so uncharmant sein, eine freundschaftsanfrage abzulehnen

(wie das etwas 10% derer taten, bei denen ich anfragte). Sogar 6 professoren sind unter den 100 (die wissen wohl nicht, dass ich seit jahrzehnten ein professorenhasser-buch vorbereite ;-)

Politisch sehe ich da 1 linksextremen und 1 rechtsradikalen (die im gegensatz zu mir wenigstens eine überzeugung haben), 1 von der fdp, 1 piraten und etliche grüne. Die sog. bürgerliche Mitte fehlt – soweit mir ersichtlich – ganz!

gerade habe ich einem kunden die tür vor der nase zugeschlagen!

als er über den hof kam, erkannte ich mit meinem fotografischen gesichtsgedächtnis in ihm sofort den mann, der mir mal eine perlenkette geklaut hatte, die verkauft auf der schmucktheke gelegen hatte. die käufer (ein reutlinger lehrerehepaar) hatten sich für wenige minuten entfernt, um auf der bank ums eck geld zu holen. der dieb nutzte die gelegenheit, das etui in seine hintere hosentasche zu stecken, dabei bemerkte er nicht, dass ihm die perlenkette herausfiel. als ich das fehlen des etuis feststellte, musste ich nur hinter ihn treten und die kette vom boden aufheben! als die kunden dann zum zahlen zurückkamen, sagte ich: “ich muss Ihnen etwas gestehen: ‘Ihre kette ist diebesgut!’” entsetzt blickten sie mich an, bis ich die formulierung erläuterte. sie kommen nach jahren immer noch, der dieb heute wohl zum letzten mal. denn als er plötzlich vor verschlossener tür stand, zog er weitere kunden in die sache hinein und sagte so halb scherzend: “vielleicht sind wir unerwünscht”. da öffnete ich das tor und sagte: “ja, SIE sind hier unerwünscht”. er dann noch frech: “die sache ist längst verjährt”!