Thomas Leon Heck

Willkommen auf thomasleonheck.de, der Seite des Tübinger Auktionators, Verlegers, Antiquars und Kunstexperten Thomas Leon Heck.


zur trennung von heidi klum muss ich natürlich auch meinen senf geben

und erinnere an die affäre, die ich mit ihr 2008 hatte (sie und ich zusammen halbseitig bei BILD abgebildet, das hätte ich mir auch nie träumen lassen!): ich hatte damals einen stich um 1860 der veste klamm bei ebay, den irgendwelche engländer aus phonetischen gründen mit KLUM untertitelt hatten. heidi klum sah sich nun “in ihren persönlichkeitsrechten” verletzt, wie sie mir mitteilen ließ. der artikel wurde also bei ebay gelöscht, was ich für einen “blondinenwitz im sommerloch” hielt (siehe google). auf der ganzen welt hat man sich darüber amüsiert, dass heidi klum schon so früh befürchtete, mit einer alten ruine verwechselt zu werden. vielleicht fand das auch der gute seal peinlich….

glücksfund !

gestern brachte ein kunde 6 unidentifizierte grafiken zum thema tod: skelette, gehenkte, ärzte u.a. Er habe gehört, wenn einer wisse, wer die künstler seien, dann ich. so schmeichelhaft eine solche einschätzung auch sein mag: ich werde lieber unter- als überschätzt, da ich gern triumphiere, aber ungern blamiert werde. hier jedenfalls kannte ich beide künstler nicht und fand sie auch nach dem erwerb trotz langer bemühung nicht heraus. doch heute morgen kam mir ein buch in die hand, dessen illustrationen mich stilistisch an den einen künstler erinnerten. und tatsächlich war mein bild darin sogar abgebildet: bruno goldschmitt (der zudem noch in meinem reutlinger künstlerlexikon steht!) als illustrator der “nachtwachen des bonaventura”. das glaubt mir wieder niemand, oder?

meine begegnung mit einem kuriosen vertreter des 3. reichs:

dr. hermann rauschning (siehe wikipedia) war der letzte senatspräsident (in etwa ein ministerpräsident) von danzig, wohin auch hitler kam. nach streit mit der nsdap verließ  rauschning schon 1935 danzig und emigierte später in die usa.  dort schrieb er ein buch “gespräche mit hitler”, (das ich habe und) das sich als fast völlig frei erfunden herausstellte. (parallelen zu anderen präsidenten wären hierbei rein zufällig…) der tübinger katzmann verlag wusste 1955 davon noch nichts und verlegte von rauschning ein geschichtsphilosophisches buch, das ich sogar mehrfach habe. man fragt sich natürlich, ob ein solcher lügenbeutel irgendwann auch mal die wahrheit sagt. kurioserweise spottet er darin über ausgaben der upanishaden “auf bütten”: vermutlich meint er die von mir in wikipedia beschriebene ausgabe von schneidler von 1914.

aus anlass des todes der reutlinger malerin gude schaal:

ich bot ihr mal ein buch an, das sie im krieg illustriert hatte und von dem sie bis zu meinem anruf über 50 jahre nach erscheinen gar nicht gewusst hatte, dass es überhaupt erschienen war! nach ihrer kenntnis war nämlich der verlag im bombenhagel abgebrannt! das nennt man erfolgreich eulen nach athen tragen. wer will, kann hier das porträt sehen, das sie von mir gemalt hat.

gestern erkannte ich eine kundin am telefon nur aufgrund ihrer sprachlichen marotte,

“ganz gut” statt “sehr gut” zu sagen. ihren namen und ihre stimme (er)kannte ich nicht, schließlich hatte ich ja in 30 jahren hunderttausende kunden. was bringt so eine sprachliche sonderbegabung, mag man sich fragen. bei mir hat sie mein leben verändert! im februar 1981 las ich im uni-archiv ein manuskript, in dem mir die formulierung auffiel “die frage geht aus einem lauteren sinn”. identisches hatte ich zuvor in einem buch f.c. oetingers gelesen. so entdeckte ich eine unbekannte handschrift dieses schwabenvaters, einer der wichtigsten gestalten des württ. pietismus. der bedeutendste oetinger-forscher, breymayer, hatte jahre zuvor an derselben stelle diese handschrift gesucht, aber nicht gefunden. ihn lernte ich aufgrund meiner entdeckung nun kennen. als breymayer 1984 ein hölderlin zuschriebenes gedicht entdeckte, fragte er mich, ob ich es nicht verlegen wolle. so wurde ich plötzlich verleger. in dieser tätigkeit schaffte ich es in verschiedene who is whos, was mir ohne dieses sprachliche feingefühl wohl nie gelungen wäre.

Heiligabend zweier Unternehmer

an hl.abend fuhr ich wohl als einziger mit einem anhänger herum. ich lud versandumschläge aus einem kleinverlag auf, von denen der optimistische unternehmer vor fast 40 jahren tausende bestellt hatte, in der hoffnung, darin die von ihm verlegten und verkauften bücher zu versenden. ich nehme aber an, dass ich 3/4 seines damaligen einkaufs noch unverbraucht vorfand – ein trauriges symbol gescheiterter hoffnungen, bei verlegerisch so ambitioniertem ansatz. der verleger selbst ist schwer krank und – bes. wohl an hl. abend – darüber unglücklich, dass sein lebenswerk jetzt so aufgelöst wird.

wer günstig pappversandtaschen braucht, wende sich nun an mich ;-)

Weihnachtsbücher in öfftl. Bibliotheken

Einst suchte ein Kunde „Das Schiff Esperanza“ bei mir erst, als er es weder im Buchhandel noch in öfftl. Bibliotheken bekommen hatte. Ich hatte es da, für 10 Cent! Er gab mir großzügig 20 Cent und dürfte sich gefragt haben, wie ich davon leben kann. Das frage ich mich auch, aber noch mehr, wie ein Staat auf Dauer griechische Verhältnisse aushalten kann, dessen Bürger zu einer Anspruchsmentalität erzogen wurden, die da verlangt, die Allgemeinheit solle geschätzte 30€ für jede einzelne Ausleihe zuschießen, damit alle sich kostenlos Bücher beschaffen können, bevor man den Einzelnen zumutet, selbst ein paar Cent im Handel auszugeben.

Nun zu den Büchern zum Thema Weihnachten, die nach einem Tagblatt-Bericht in einer öfftl. Bibliothek schnell fast komplett verliehen waren: Ich habe 500-1000 davon da, ab 50 Cent. .

Noch eine Rosine aus meinem Christstollen: Jüngst bekam ich die Bibliothek eines Spitzenbeamten herein, der 105jährig starb und 48 Jahre steuerfrei Pension kassiert hatte, etwa 5 Mio €. Dafür muss ich oft das „Schiff Esperanza“ verkaufen. Aber Esperanza heißt Hoffnung.