Thomas Leon Heck

Willkommen auf thomasleonheck.de, der Seite des Tübinger Auktionators, Verlegers, Antiquars und Kunstexperten Thomas Leon Heck.


Während ich grundsätzlich nur selbsterlebte anheckdoten berichte,

erzählt wilhelm schäfer von einem türkischen wahrsager selim, der in tübingen wegen verbotener hellseherei hingerichtet werden sollte, dass herzog karl eugen sich den delinquenten höchstpersönlich hier vornahm. Als er ihn provozieren wollte mit der frage: „wann werde ich sterben?“, sagte der hellseher: „3 tage nach mir“, was dem herzog solchen schrecken einjagte, dass er von einer hinrichtung absah. Da ich gelernt habe, dass man wenig voraussetzen darf, rief ich wegen dieses buchs für 5€ beim stadtarchiv tübingen an, wo die anekdote tatsächlich unbekannt ist!

kreislauf

Vor etwa 40 jahren machen ein kunde von mir und seine frau ihren 1. gemeinsamen urlaub, in kärnten. Dort entdecken sie bei einem antiquitätenhändler einen schönen bauernschrank. Um ihn sich leisten zu können, müssen sie ihren urlaub abbrechen. Nach ca 10 jahren wird die ehe geschieden, die frau behält den schrank, den sie nach jahrzehnten an einen kollegen von mir verkauft. Ich erwerbe ihn dort. Kurz darauf kommt der kunde zu mir und erkennt seinen schrank wieder. Lange überlegt er, ob er ihn zurückerwerben will, lässt dies aber dann sein, um nicht ständig an seine ex erinnert zu werden.

freundschaft mit kunden

einige jahre lang waren 3 meiner besten kunden auch 3 meiner besten freunde. aber auch umgekehrt ich für einen von ihnen: er machte sein testament, in dem er seine frau enterbte, was ich vor dieser und seinem sohn erfuhr. gerade komme ich von den verhandlungen wg der bewertung des pflichtteilsanspruchs der inzw. zur witwe gewordenen frau.

brexit

der bedeutendste reutlinger ist Friedrich List, vordenker eines vereinten europa, der sich zuletzt enttäuscht das leben nahm. vor 2 tagen erst verkaufte ich ein autograph von karl schnitzer, der wie list als demokrat auf dem asperg eingesperrt war und in der haft über list ein buch geschrieben hat.

Daniel Friedrich List (* spätestens 6. August 1789 in Reutlingen; † 30. November 1846 in Kufstein) war einer der bedeutendsten deutschen Wirtschaftstheoretiker des 19. Jahrhunderts sowie Unternehmer, Diplomat und Eisenbahn-Pionier.
de.wikipedia.org

die mutter der enterbten

Vor mir liegt ein testament von 1944, in dem es um eine “feine Dame“ geht und deren lügen, flüche und verleumdungen. die erblasserin nehme das testament zurück, „wo ich den Kindern mein Haus u. Sach vermachte“und vermacht nun 2/3 der kirche. Kurioserweise lernte ich die mutter der enterbten, also die feine fluchende dame, genau 50 jahre später kennen.

Gutes timing

Als ich im nov. 2015 den handschriftlichen nachlass des augsburger musikschriftstellers max herre hereinbekam, hatte ich meine liebe mühe, seine lebensdaten zu recherchieren. Als ich gerade wieder mich gründlicher mit seinen manuskripten befasste, entdeckte ich, dass es seit jan. 2016 einen wikipedia-artikel über ihn gibt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Herre_(Musikschriftsteller)

 

auf einen schlag 3 legenden zerstört

am Freitag dachte ich an einen lieben kollegen, der sehr selten anruft, vielleicht 2x im jahr. 2 stunden später rief er an – erstaunlich genug. Er berichtete von einer angeblichen brueghel-zeichnung, die ihm angeboten werde, und wollte meinen rat. Gerade nun (Montag darauf) bringen mit 3 ältere herrschaften 1 reproduktion einer brueghel-zeichnung. Die duplizität ließ mich stutzen, so dass ich die anbieter fragte, ob sie das blatt schon jemand anderem gezeigt hätten, was sie verneinten. ich konfrontierte sie mit dem namen des kollegen. Ach ja, da waren sie schon, hieß es plötzlich. Dass der kollege ein repro nicht von einer zeichnung unterscheiden kann, finde ich schon schwach. Ihr repro gab ich den leuten also wieder mit, erwarb aber 2 aquarelle. Das eine, so die dame, sei ihr zur konfirmation geschenkt worden. Als ich es ausrahmte, stand der name von bekannten hintendrauf, die es ihnen beiden zur hochzeit geschenkt hatten, so dass sie sich auch in diesem punkt offenbar vertan hatten. .