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Der pfarrer als hehler
20.03.2017
gestern hehlte, äh holte ich in TÜ 1 truhe ab und fragte den verkäufer routinemäßig nach dem vorbesitzer. der war ausgerechnet ein kunde von mir, ein tübinger pfarrer, der in der garderobe des hiesigen museums wertvolle sachen billig erworben hatte, die von einem angestellten in den stockwerken darüber gestohlen worden waren. Der pfarrer war mir und anderen als liebhaber schöner dinge bekannt, der aber seinen geldbeutel nicht gern allzuweit öffnete. Diese kombination könnte zu seiner fatalen gier geführt haben. Sein prozess war 1 von 2, die ich je als zuschauer besuchte, zumal noch 1 kollege von mir angeklagt war. jemand sagte zum richter:“herr heck ist auch da“. Darauf der richter: „ich habe herrn heck gesehen“.der dialog ist ebenso schmeichel- wie rätselhaft, da ich nicht als zeuge geladen war. aber zurück zur sache: ich kann mir bei dem pfarrer vorstellen, dass er tatsächlich an die geschichte glaubte, die ihm der dieb auftischte, alles stamme aus dem besitz seines onkels. doch die gerichte waren der meinung, er hätte den umständen nach wissen müssen, dass hier etwas nicht stimmt, so dass er wegen hehlerei verurteilt wurde und deswegen auch fast seine pension verloren hätte, wenn nicht die 2. instanz das strafmaß von 12 auf 11 monate reduziert hätte. Der kirchenbeamte, der diesen fall disziplinarrechtlich bearbeitete, ist seit über 30 jahren 1 meiner liebsten kunden. 2012 wurde der nachlass des pfarrers ausgerechnet von dem auktionator versteigert, dessen anzeige damals zur verurteilung des pfarrers geführt hat. Nun habe ich auch was aus seiner tragischen sammlung.

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