Das Niedersächsische Landesarchiv besitzt die Akten der Staatsanwaltschaft zu Willi Münzer, ehem. Kreisleiter der NSDAP in Osnabrück, Hilter (1895 –1969), wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit, Landfriedensbruchs, Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung, schwerer Brandstiftung (bzw. Beihilfe) und schweren Diebstahls (anlässlich der Synagogenbrandstiftung in Osnabrück 1938). Seine antisemitischen Exzesse waren schon 1935 so extrem, dass er sogar von der Gestapo gestoppt wurde. Sein 1937 wohl von ihm selbst verfasstes weihnachtsgedicht steht dazu nur auf den ersten blick in widerspruch: „Es leuchtet Frieden allen Deren Glauben haltet stand An Ihn, der Wohlgefallen Bei Gott, dem Vater fand“ unbescheiden trug er dieses gedicht eigenhändig in das buch „deutsche gedichte in handschriften“ ein, das ich anbiete, wo er nun neben luther, lessing und hölderlin steht. Angesichts der obigen vorwürfe wiegt meiner der metrischen schlamperei wirklich nicht sehr schwer
Aus einem soeben eingetroffenen buch fällt mit ein zettel entgegen: ausstellungseinladung eines künstlers von 1959. damals ruhte ich unschuldig in meinem kinderbettchen, nicht ahnend, dass ich jahrzehnte später eben diesem maler zum opfer fallen sollte: ich hatte eine zeichnung von ihm gesehen, die mir gefiel. Ich fragte ihn, ob ich sie erwerben könnte. Lange nach dem erwerb erst merkte ich, dass er mir eine fotokopie verkauft hatte, lediglich von hand koloriert.
adolf butenandt, der heute 112 würde und das männliche sexualhormon entdeckte, hatte sein labor in TÜ gegenüber der wohnung meiner frau. ich habe den nachlass seiner lebensgefährtin versteigert, liselotte vonier-stock
in hülben, kreis reutlingen, wo ich etliche kunden habe, wehrte man sich um 1900 jahrzehntelang gegen eine öffentliche wasserleitung. erst als der versuch der feuerwehr, einen brand mit gülle zu löschen, kläglich gescheitert war, sah man die notwendigkeit der neuerung ein. in hülben gibt es aber nicht nur mist, dort wohnte auch der maler theodor werner, dessen werk auch im MOMA new york vertreten ist! dass werner in hülben war, habe ich entdeckt, worüber der Reutlinger General-Anzeiger auf 1 ganzen seite berichtet hat. auch ein porträtist der englischen prinzen lebte dort, karl friedrich bauerle. ein wunderbares porträt dieses schwäbischen renoir, das ich einst meinem besten kunden verkaufte, ist nun aus dessen nachlass gerade auf dem markt. auch die familie des hauptautors meines verlags, reinhard breymayer, stammt von dort.
gestern waren 6 kollegen hier. einer suchte ein gemälde mit auferstehungsszene. ich zeigte ihm eins. er: "das ist aber schwach". ich: "Das habe ich bei Ihnen gekauft!" das erinnert mich an einen kunden von mir, chefarzt, der bei einem juwelier eine perlenkette kaufte für 2500 dm, was weit überdurchschnittlich viel ist (eine durchschnittliche zuchtperlenkette würde ich damals auf 800 dm festlegen. bei mir hätte er so eine übrigens für 1/3 des preises bekommen). als das schloss seiner frau nicht gefiel, ging er zu dem juwelier zurück und bat eine verkäuferin um änderung. die erkannte nicht die herkunft und meinte herablassend (natürlich um ihm eine teurere verkaufen zu können): "das ist aber kein besonders wertvolles stück"!
ich freu mich immer, wenn mich kunden wissen lassen, was aus meinen sachen bei ihnen wird.