mit musikal. Motiv bewogen mich, den künstler anzurufen. Er hatte das motiv mit noten und instrumenten für eine gute bekannte entworfen und ihr zum geburtstag mehrfach geschenkt. Der name fiel ihm aber nach fast 30 jahren nicht mehr ein, bis ich ihn nannte. Erstaunt fragte er, wie ich darauf käme. Ich habe einen brief der dame in demselben nachlass hereinbekommen.
einziger eintrag: "der käsekuchen fiel vom autodach"!
Ein soeben hereingekommenes buch trägt den besitzernamen eberhard fuchs. Es dürfte sich um meinen gleichnamigen kunden handeln, der auch malte. Ich kaufte ihm mal ein sehr gelungenes pastell ab, signiert e. fuchs, das ich zu meiner großen verwunderung später im internationalen kunsthandel als werk der lovis-corinth-schülerin eugenie fuchs wiederfand.
(schwäb. heimat 3, 2015). Von der mülltonne bis zum museum kann einem künstler postum alles wiederfahren. Fast alle der erwähnten personen kenne ich persönlich oder ihre erben. 2 der besprochenen nachlässe gingen zum großen teil sogar durch meine hände: der von rudolf yelin und der von ernst schneidler. Und 1 buch aus meinem verlag wird erwähnt.
des faz-journalisten andreas platthaus, was ohne seine ermordung 1989 nie geschehen wäre. Dass der sprecher der deutschen bank einen fonds über 100 millionen dm für bedürftige aufgelegt hat, nachdrücklich für schuldenerlass zugunsten der entwicklungsländer warb und wohl als erster banker ernsthaft ökologische verantwortung anmahnte, macht das abscheuliche verbrechen auch noch tragisch. Am schlimmsten fand ich, dass seine frau den knall des bombenanschlags gegen das auto ihres mannes in ihrem haus hörte, zum ort der tat eilte und dort von leibwächtern ferngehalten wurde, obwohl sie als ärztin ihn eventuell noch hätte retten können vor dem verbluten! Dass am tag einer geplanten pressekonferenz herrhausens seine beerdigung stattfand, könnte einer grauen erregenden ballade uhlands entstammen. Wie immer fand ich viele fehler, hier ca 50, auch sachliche. Wie immer freue ich mich, mit im text erwähnten personen kontakt gehabt zu haben oder eine persönliche „beziehung“ konstruieren zu können, hier zu ca einem dutzend.
er war oft in tübingen, wo er sich häufig mit prof otto michel traf. michel war später mein nachbar. einmal interviewte ich ihn zu einer neutestamentlichen frage. seine antwort hielt ich in meiner seminararbeit fest, was mir der dozent ankreidete. so gehe das ja nicht im rahmen einer wissenschaftlichen arbeit! NUR zitate aus schriftlichen quellen seien erlaubt. paradox im rahmen einer religion, für die jahrhunderte lang NUR mündliche traditionen bestanden.
veranlasst mich, auf einen identischen vorgang hinzuwiesen, in den ich nachträglich involviert war. Ich habe schon oft berichtet, dass ich etliche der geschenke erworben habe, die der schah dem bundeskanzler kiesinger mitbrachte anlässlich seines staatsbesuchs in der brd 1967, der die 68-er revolution ausgelöst hat. Die unruhen in berlin führten zum tod des studenten benno ohnesorg. In der biografie ohnesorgs aus der feder seines freundes uwe timm las ich, dass er sich nur an zwei politische debatten mit dem eigentlich unpolitischen benno erinnere, davon die eine über die als empörend empfundene ernennung von wolfgang fränkel zum generalbundesanwalt trotz dessen ns-vergangenheit. Nun erstaunt es vielleicht, dass sich fränkels bibliothek ebenfalls bei mir befindet. Zu Fränkel siehe link ❱ Er wurde 1962 entlassen, u.a. weil er im 3. reich einen mann hinrichten ließ wg rassenschande, obwohl der sex zwischen den beteiligten einvernehmlich gewesen war. Das von der ddr gegen ihn verfasste buch musste ich weglegen, weil es zu deprimierend war. Als er schließlich 105-jährig starb, hatte er nach meinen berechnungen ca 5 mio € pension kassiert. Ich habe aber noch nie eine bibliothek gehabt, die so gelesen war wie seine: bes. goethe und musik.
alljährlich veranstaltet die hiesige zeitung in den sommerferien sogenannte gutenachtegeschichten, bei denen abends einzelne aus ihren lieblingsbüchern (aber keine eigenen texte!) vorlesen. ein paar jahre habe ich das sogar mitgesponsert. aber als mich einer der moderatoren dazu als vorleser eingeladen hat, habe ich nicht teilgenommen, selbst wenn einige hundert zuhörer/innen und ein zeitungsartikel samt foto gewinkt hätten. das ganze konzept ist mir unerträglich: besonders dass erwachsene sich vorlesen lassen. ich beteilige mich nicht an der infantilisierung der gesellschaft. ich setze auch nicht voraus, dass andere sich für von mir gern gelesene bücher interessieren. eine autorenlesung ist etwas anderes, wo jemand seinen eigenen text vorstellt.