lässt sich damit illustrieren, dass gerade 2 hier anwesende kunden miteinander telefonierten, um wieder zusammenzufinden.
innerhalb der letzten 24 h habe ich etwa 1 dutzend getrockneter edelweißblüten aus büchern gezogen. mich wundert seit jahren, dass bei solchen zahlen die pflanze noch nicht ausgerottet ist. wenn auch das ladenantiquariat langfristig nicht zu halten sein dürfte, als genpool haben wir noch eine chance.
gerade kam mir das foto eines polizisten aus einem buch über kasperlepuppen entgegen. ein holzschnitzer hatte es sich offenbar als vorlage für einen geschnitzten schutzmann hineingelegt.
kein problem: der erste, der ihn als verfasser des "simplicissimus" identifizierte, war der reutlinger hermann kurz. seine tochter isolde lebte zuletzt in TÜ, wo ihr eine kundin von mir zum 90. geburtstag ein ständchen darbrachte. anschließend sagte isolde kurz: "kindlein, labet euch"!
vor mir liegt ein buch von 1984 "Griechische Blumen" von helga und ulrich hausmann. die bibliothek der tübinger autoren habe ich besichtigt, der verleger ist mein facebook-freund dr. Ernst Wasmuth, der reutlinger drucker mein kunde fischbach, und die repros fertigte das dusslinger studio 16, das auf demselben grundstück seinen sitz hatte wie ich, also ca 5 meter von dem stuhl, auf dem ich gerade sitze. nur die illustratorin regine schulz-staudacher krieg ich bislang noch nicht unter. kennt sie jemand?
die Versteigerung als königliches Vergnügen: Der später öffentlich geköpfte König Louis XVI ließ in Versailles regelmäßig Erzeugnisse seiner Porzellanmanufaktur Sèvres versteigern. An der Auktion nahm die gesamte königliche Familie teil.
den der verleger, dr. katzmann sr., nach diesem buch so nannte. ich kannte ihn persönlich und versteigerte auch seinen nachlass. als ich etwa 2 jahrzehnte später das archiv des HELIOPOLIS-verlags von dr. katzmann jr. übernahm, öffnete ich unter den tonnen materials eine aktentasche: entgegen kam mir das inserat meiner damaligen auktion! Den stadtplan des fiktiven HELIOPOLIS zeichnete der reutlinger maler werner höll, dessen frau und tochter kunden von mir sind. Jünger war trauzeuge bei hölls eheschließung. Von Jünger hab ich 100 werke hier, von höll 50.
hat seine wurzeln hier: sein vater stammt aus baden, seine mutter aus württ., wo beide - im benachbarten pfullingen - getraut wurden. dort wurde brecht vermutlich in der sich anschließenden hochzeitsnacht gezeugt. ich besitze die urschrift eines gedichts zu diesem anlass. brecht lebte als 2-jähriger da auch einige zeit, während sein bruder auf die welt kam. Bertolt Brecht – Wikipedia Bertolt Brecht (auch Bert Brecht; gebürtig Eugen Berthold Friedrich Brecht; * 10. Februar 1898 in Augsburg; † 14. August 1956 in Ost-Berlin) war ein einflussreicher deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Seine Werke werden weltweit aufgeführt. Brecht hat das epische Theater beziehung… de.wikipedia.org
versteigerte ich einen faustkeil gleich 3x: zuerst ohne zu sagen, was es ist, dann mit einem knappen, sachlichen hinweis und zuletzt begeistert unter aufbietung all meiner rhetorischen fähigkeiten, wie sie von einem engagierten auktionator erwartet werden. in allen 3 fällen bekam ich denselben betrag!
Der Maler und Lithograph Peter Busch wurde am 24.5.1813 in Bonn geboren. Er studierte in Düsseldorf an der Kunstakademie: „Schadow erteilt ihm das beste Lob.“ (A.W. Schlegel an Friedrich Tieck am 1.11.1830). 1841 nahm er sich in Stuttgart das Leben, kurz vor seinem Geburtstag. In seinem gedruckten Nachruf, 1841 verfasst von dem Malerkollegen Friedrich Müller (1801-89) und von Gustav Friedrich Nord (= Correck) wird er als Sohn des August Wilhelm Schlegel bezeichnet, der einer der führenden Köpfe der Deutschen Romantik ist. Der Dichter Lenau schließt sich dieser Meinung an, ebenso Teile der Presse und die Vermieterin des unglücklichen Künstlers, der lange krank war und meist in Geldnot. Schlegel hatte ihn um 1830 über Jahre finanziell und durch Empfehlungsschreiben gefördert (ihm z.B. die Unterstützung der Kurfürstin von Hessen-Kassel verschafft), später war das Verhältnis gestört, was den Maler nicht hinderte, im April 1841 einen letzten Bettelbrief an Schlegel zu schreiben. Als er von dort keine Hilfe bekam, nahm er sich am 19. Mai das Leben. Auf seinem Tisch fand man einen Abschiedsbrief an Schlegel, in dem er sich aber genauso wenig als dessen Sohn bezeichnet wie sonst. Diese Idee stammte von seinen Freunden, da sich der Verstorbene angeblich manchmal auf seine bedeutende Verwandtschaft berufen hatte. Dabei war er laut standesamtlichen Aufzeichnungen von Bonn ehelicher Sohn eines Strumpfwebers. Als Selbstmörder wäre er fast nach Tübingen in die Gerichtsmedizin verbracht worden zu Zwecken der Forschung, was aber seine Freunde verhinderten. So wurde er in Stuttgart begraben. Schlegel bewirkte einen öffentlichen Widerruf der Behauptung, er sei der Vater Buschs, so dass die Sache juristisch wohl geklärt ist. Die wuchernde Legendenbildung ist aber auch bemerkenswert und symptomatisch für die Romantik. Nord, einer der Verfasser des 1. Nachrufs, warf dem verstorbenen Freund in einem 1843 erschienenen weiteren Nachruf vor, sich und die Welt getäuscht zu haben, was vielleicht ungerecht ist. Busch ist verzeichnet in: AKL - dort werden als „Einzige nachw(eisbare) Werke“ nur 2 Porträts genannt, davon 1 Litho und 1 (Gemälde) von Schlegel (!), Busse, Nagler, Thieme-Becker u.a. Somit wäre mein signiertes Gemälde von 1840 das 2. nachweisbare Gemälde Buschs: ein Räuber (?) in Ketten wartet wohl auf seine Hinrichtung und zeigt sich einem Priester gegenüber verstockt. Wenn man die Sohnschaftstheorie für wahr hält, könnte man in dem Räuber eine Ähnlichkeit zu Schlegel erkennen. Busch war jedenfalls schwarzhaarig wie der Inhaftierte, dessen Verstocktheit gegenüber dem Priester eindeutig ist und die verzweifelte Lebenssituation des Malers widerspiegeln könnte. Da in der Literatur eine Illustration Buschs zu Uhlands Ballade „Des Sängers Fluch“ belegt ist, könnte es sich aber auch um eine weitere zu einem noch nicht identifizierten Gedicht oder gar einem historischen Ereignis handeln.
haben natürlich eine besondere bedeutung im leben von lesenden. Ziemlich stolz war ich, dass ich in meiner französisch-grammatik schon mit 17 einen fehler entdeckte und viel später der berühmte eibl-eibesfeldt, der in meinem biobuch besprochen wurde, mit mir korrespondiert hat. Der verfasser meiner schul-literaturgeschichte wurde später mein kunde, bei dem verfasser meines deutschbuchs habe ich seinen nachlass bewertet. gerade hatte ich ein schulbuch in der hand, von einem ehepaar verfasst, das längst geschieden ist. beide sind aber kunden von mir. Und soeben fragte ich eine facebook-freundin, ob sie einen weiteren schulbuchautor kenne. Sie: ja, mit dem treffen wir uns an silvester.
ich taxierte mal die kunstsammlung eines geldinstituts. Davor stand ein müllcontainer, in dem einige werke schon gelandet waren. ich fragte, ob ich sie mitnehmen dürfe, zumal ich den künstler persönlich kannte. Wenige tage später bot mir ein kunde im laden 1 werk desselben künstlers an. Ich sagte ihm auf den kopf zu: „das haben Sie aus dem container der ...“. er sah mich an wie ein gespenst und gestand.
aus dem nachlass einer frau bekam ich einen handschriftliche lebenslauf herein: die mutter der frau war hausmädchen beim sohn schillers gewesen. für mich eine herrliche entdeckung, die sich aber nur mit mühe für ein paar € ans kreisarchiv calw verkaufen ließ. als ich tags darauf einem anrufenden kunden dies mitteilte, sagte er, das hätte er auch erworben, da der schillersohn auch an dem ort gelebt hatte, an dem der kunde bürgermeister war. der kunde wiederum ist erwähnt in einem buch von thaddäus troll, über den demnächst eine ausstellung in TÜ stattfindet.
in der Wohnung von Javier Marías hängt ein Ölbild des deutschen Malers Paul Keller-Reutlingen, eine Flusslandschaft bei Nacht. Das mysteriöse Gemälde entspricht dem Mann, der es vor Jahren auf einer Auktion kaufte und mit nach Madrid brachte. Es sind die dunklen Zonen, die ihn interessieren, Ereignisse, die nur in unserer Phantasie existieren, die Geheimnisse des Nichtgesagten. Das ist es, was Javier Marías von guter Literatur fordert. Szenen, die ihn verlocken, ein anderes Reich zu betreten. Wie ein Streichholz, das in einem dunklen, unbekannten Zimmer aufflammt. (FAZ). der autor hat mir, der das werkverzeichnis kellers erstellt, geschrieben, er wundere sich, dass der maler in seiner heimat nicht bekannter sei.
dürer soll an einem künstlerwettbewerb teilgenommen haben. Seine kollegen verausgabten sich und übertrafen einander mit erlesensten malereien. Da trat dürer in ihre mitte und zeichnete einen kreis, vollkommen rund, und zwar freihändig und ohne zirkel. Eine wunderbare geschichte, die mich durch ihre paradoxie fasziniert. Jahrzehnte erlebte ich nichts vergleichbares, bis jetzt: ich hatte 4 bücher in der hand und warf sie auf einen 3 meter entfernten bücherstapel von etwa 1 meter höhe und 30x30 cm breite bzw. tiefe. Sie blieben alle 4 darauf liegen. Eine unglaubliche anheckdote.