eine figur wie aus einer thomas-mann-novelle war ein kunde von mir, der geometer k. Wenn er den laden betrat, wippte er immer auf die zehen, hob die hacken, legte die hand auf die brust und säuselte mit starkem böhmischen akzent:"guten tag winsche". einmal behauptete er, sein vetter sei bei der leibstandarte adolf hitlers gewesen. hätte er onkel gesagt, hätte ich das ja geglaubt. aber vetter? ich also spontan: was für ein jahrgang ist denn Ihr vetter? er: 1930. (k selbst ist etwa jgg 1945) ich: dann war er mit 15 bei der leibstandarte hitlers?? da sagte er nix mehr.
in einem "erbauungsbuch" finde ich gerade handschriftliche aufzeichnungen über mehrere namentlich genannte frauen: "sind affen und bleiben affen... ein dummes arschloch - verdammts wib - hed e verdammte sau gosche"
ich weiß nicht, ob es viele dörfer auf der erde gibt mit einer solchen bandbreite auf dem gebiet des rechts wie dusslingen. hier lebte nicht nur die top-terroristin gudrun ensslin, die z.b.auch in einer amerikanischen encyclopedia of murder erwähnt ist, sondern hier lebt noch immer die ehemalige bundesjustizministerin däubler-gmelin.
Ein guter kunde von mir hatte die angewohnheit, nur die kunst haben zu wollen, die bei mir daheim war, so nach dem motto: die (zahnpasta) gibt der zahnarzt seiner familie. Wenn ich geld brauchte, gab ich manches her, das ich anschließend oft vermisste. so fehlte mir besonders ein glasgemälde, das ich erst nach jahrzehnten identifiziert hatte als ehemaligen besitz des königs wilhelm von württemberg. Eines tages kam eine frau und brachte ein bullauge, das sie von ihrem nachbarn geerbt hatte. Es war der nun verstorbene besitzer meines königlichen gemäldes! Ich recherchierte im netz und fand seinen sohn heraus, der mir mein lieblingsstück tatsächlich zurückverkaufte. Nun stecke ich wieder in demselben ewigen dilemma jedes leidenschaftlichen kunsthändlers: behalten oder verkaufen?
Mal abgesehen davon, dass sie mir im straßenverkehr nicht gerade als professionelle fahrer auffallen, erinnere ich mich vor allem an 2 erfahrungen. als ich in einem (nicht meinem) laden einen diebstahl beobachtete, bat ich in der benachbarten taxizentrale, die polizei anzurufen. Als ich nach mir ewig scheinender wartezeit dort nachhakte, bekam ich zu hören: „ich krieg noch 50 pfennig von Ihnen“! Und als ich mal in stuttgart mein fahrtziel nannte, das dem fahrer offenbar missfiel, furzte er den wagen voll. Ich hätte eigentlich aussteigen sollen.
5 telefonisch als bibeln angekündigte bücher stellen sich sämtlich als zigarettenschachtelgroße gesang- und gebetbüchlein heraus. Ich: “von der sorte kriegen Sie bei mir 100 stück für zus. 50€.“ (= verkauf je 50 cent) Kundin: “dann zahlen Sie mir keine 50€ dafür?“ (=einkauf je 10€)
Nachts träume ich immer wieder, dass nach jahrzehnten, verbunden mit irgendwelchen forderungen, mir irgendein geschäftsvorgang vorgelegt wird, an den ich mich nicht erinnere. Gestern ging ich spazieren und fragte mich, was geschähe, wenn ich das wirklich mal erleben müsste. Heute nun traf das ein: eine dame meldet sich nach etwa 8 jahren und fragt nach dem verbleib eines mir überlassenen gemäldes. Ich erinnere mich an nichts, die mir gefaxten unterlagen sind aber von mir. Ich finde den vorgang weder in meinen kommissionsunterlagen noch in denen zu dem künstler, von dem ich schon sechsstellig verkauft habe. Ich werde doch nicht 8 oder mehr jahre buchhaltungsunterlagen durchgehen müssen, um zu beweisen, dass alles ordnungsgemäß erledigt wurde!  
unsereiner hat ja auch ganz intime einblicke. so besitze ich gerade einen plan der innenausstattung eines bekannten hamburgers von 1934. das haus steht wohl heute noch (das grundstück ist jedenfalls noch im besitz derselben familie), und ich bin mir sicher, dass seine bewohner - anders als ich - nicht wissen, wie hoch die schubladen des einbauschranks im "elternschlafzimmer" sind.
ein kunde war mal bereit, für die von karl stirner illustrierte fibel jeden preis zu zahlen. So inserierte ich also: „stirner-fibel gesucht“. Ein mann rief an und fragte, ob diese fibel von max stirner, dem anarchisten, sei. Ich: „nein. Aber ich habe ein buch über egoismus herausgegeben, in dem ein sehr guter artikel über max stirner ist.“ anrufer: „das hab ich schon!“
mein seit jahren vergriffenes buch über die 1942 im kz riga ermordete reutlinger malerin alice haarburger soll wieder aufgelegt werden. die ersten 1000€ wurden mir schon zugesagt. ich brauche mindestens noch 4000. wer macht mit? verdienen will ich natürlich nichts daran.
am telefon sagte mir ein mann mit lahmer stimme in breitem schwäbisch: „mein opa hat gemalt. Kaufen Sie die bilder?“ trotz dieser äußerst ungeschickten ansage bat ich ihn, mit den werken vorbeizukommen. Was ich sah, war entgegen aller erwartung ausgezeichnet. Ich erwarb alles und verkaufte es en bloc. Später erfuhr ich, dass der galerist gegenüber von dem anbieter fotos erbeten hatte. Da der mann aber dringend geld brauchte, war ihm das zu umständlich, so dass ich zum zuge kam.
in der tübinger hafengasse war über 25 jahre mein laden. Gegenüber wohnte schillers laura, auf die er so manches gedicht verfasst hat. Ihr nachlass wurde versteigert, worüber am tage meiner ladenschließung ein von mir verfasster artikel im tagblatt kam. Als ich in der redaktionellen einleitung las, dies sei mein „abschiedsgeschenk“, war ich wider erwarten zu tränen gerührt über so viel güte von mir. heute nun hat meine verwandtschaft, der lauras haus gehört, genehmigt, dass dort eine entsprechende messingtafel angebracht wird.
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=502703409876480&set=a.265234776956679.1073741827.100004104750076&type=1&theater  
ein kollege hatte mir letztes jahr ca 50 werke eines einzigen malers verkauft, den er nicht identifizieren konnte, ich schon. jetzt bot man ihm ein bild desselben malers an mit dessen namen, so dass er mich fragte, ob ich den kenne. ich sagte, er könne sich bei mir 50 werke von dem ansehen. so kam er also gestern und besah sich die bilder, die vor kurzem noch ihm gehört haben, ohne sie wiederzuerkennen!
sagten die tübinger medizinstudenten, wenn die pathologin prof. dr. helmine valeria gärtner mal wieder leichen sezierte. dazu passend habe ich soeben erhalten von einem dr. med. VORTISCH das buch "häusliche krankenpflege"
Einen Schatz zu finden, dieser Traum ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit. Früher, da haben sie in irgendeiner Truhe eine geheimnisvolle alte Landkarte gefunden, eine Schiffsmannschaft zusammengetrommelt und sind in See gestochen, um auf einer einsamen Insel nach einem vergrabenen Piratenschatz zu suchen – zumindest in Abenteuerromanen wie „Die Schatzinsel“. Heute fahren hochmoderne U-Boote in die Tiefe der Ozeane, um mit ein oder zwei Mann Besatzung auf dem Meeresgrund gesunkene spanische Galeonen mit Kisten voller Golddublonen aufzuspüren. Ein Fall aus der Region zeigt freilich, dass es auch viel einfacher geht, einen Schatz zu finden. So hat Ende des vergangenen Jahres ein Entrümpler aus dem Kreis Reutlingen den Auftrag erhalten, in einer Gemeinde im Steinlachtal das Haus eines Verstorbenen auszuräumen. Dabei soll er einen Koffer des Werkzeugherstellers Hilti gefunden haben, der es in sich hatte: 300 goldene Krügerrand-Münzen wären darin gewesen, heißt es, jede rund 1000 Euro wert. Dass hier diese Geschichte sehr vorsichtig und ohne Ortsangaben erzählt wird, liegt daran, dass niemand der Beteiligten über diesen Vorfall Auskunft geben will. Was nicht daran liegt, dass jemand Angst hätte vor schurkischen Piraten vom Schlag eines einbeinigen Long John Silver aus Robert Louis Stevensons Schatzinsel-Roman. Vielmehr bilden in so einem Fall Finder, Nachlassverwalter und Erbengemeinschaft eine verschworene Gemeinschaft, die 300 000 Euro in Goldmünzen nicht an die große Glocke hängen will. Der Finder, der allen Versuchungen offenbar widerstanden und den Fund der Goldmünzen gemeldet hat, will dem TAGBLATT gegenüber keinerlei Informationen preisgeben und verweist statt dessen auf die Nachlassverwalterin in Reutlingen. Die ist allerdings trotz mehrfacher Versuche nicht erreichbar. Dafür kann Auktionator Thomas Leon Heck, der Nestor der hiesigen Gebrauchtwarenszene, erklären, dass solche Funde in seiner Branche immer mal wieder vorkommen. So habe er mal in Ergenzingen bei einer Schätzung dessen, was der Ehemann bei seiner Flucht aus dem gemeinsamen Domizil zurückgelassen hatte, 60 000 Schweizer Franken in einem Buch gefunden. Eine Musiklehrerin in Tübingen wiederum hatte Schmuck und andere Wertgegenstände in Kissen oder hinter Gemälden versteckt. In einer Woche intensiver Suche entdeckte der Notar 60 000 Mark teure Wertsachen – und übersah dabei sogar noch einen kostbaren Brillantring in einer Zuckerdose. Heck hat außerdem mal im Nachlass einer Reutlinger Fabrikantendynastie im Heizungskeller eine Schuhschachtel gefüllt mit wertvollen Elfenbeinminiaturen entdeckt. In der Regel erhalten die Finder drei Prozent vom geschätzten Wert der Preziosen. Die sollten dem ehrlichen Entrümpler im Falle der jüngst entdeckten Goldmünzen sicherlich auch zustehen. Doch auch dazu möchte der Mann, der wohl den Schatz im Hiltikoffer aufgespürt hat, keine Aussage machen – von ihm ist dazu lediglich zu hören: „Fragen Sie die Nachlassverwalterin!“ So lange diese freilich nicht zu sprechen ist, kann nur gehofft werden, dass der tadellose Finder für seine Aufrichtigkeit auch honoriert worden ist. (Schwäb. Tagblatt v. 15.7.2014)
2 männer bieten mir an, in meinem laden eine kostenlose überwachungsanlage zu installieren. Kostenlos deshalb, weil sie die lokalen händler in diese modellanlage schicken wollen. Meine frau rät vehement ab. Ich misstraue dem angebot nicht völlig, bitte aber einen guten bekannten von der kripo um auskunft. Dabei kommt heraus, dass die bande schon unter polizeilicher überwachung steht. Ich biete mich als lockvogel an, damit sie auf frischer tat ertappt werden können. Meine frau verbietet es mir, die versicherung würde auch nicht zahlen, wenn ich den schaden mutwillig herbeiführe, und die polizei erklärt, meinen laden nicht rund um die uhr bewachen zu können. So wurde wieder einmal eine heldentat verhindert
gestern war ein führender kollege bei mir, der 40x mehr umsetzt als ich, allerdings bei 40x mehr mitarbeitern. wir staunten beide darüber, dass ich trotzdem mehr mit straftaten in berührung komme als er, natürlich nicht als täter, sondern als (beinahe-) opfer und aufklärer. der grund hierfür würde mich sehr interessieren. bin ich vom schicksal verfolgt oder einfach ein verhinderter sherlheck holmes?
In einem von 13 künstlernachlässen, die sich bei mir befanden und den ich vor jahren komplett ausverkaufte, befand sich ein werk, das ich am liebsten eliminiert hätte, so scheußlich schlecht fand ich es. Doch zu meiner größten verwunderung fotografierte eine geübte kunstkritikerin ausgerechnet dieses werk, um es in der zeitung zu reproduzieren. Sie wählte dann aber hierfür glücklicherweise das andere werk, das sie ebenfalls geknipst hatte. Doch der vorgang zeigt, wie unterschiedlich künstlerische qualität wahrgenommen wird, und hat mich in dieser hinsicht etwas bescheidener gemacht.
Ein kundin fragt nach einem preis. Ohne ein gegenangebot zu machen, will sie wissen: „wo ist Ihre schmerzgrenze?“ einmal abgesehen davon, dass es irrational von mir wäre, einen preis zu machen, um ihn unmittelbar danach für ungültig zu erklären, und ferner abgesehen davon, dass das setzen meiner grenze die dame kaum davon abgehalten hätte, diese mutwillig zu überschreiten: man mag in ihrer frage rhetorisches gemeingut sehen, ich erkenne darin eine ungeheuerlichkeit, dass sie nämlich annimmt, das recht zu haben, auch nur in die nähe meiner schmerzgrenze zu kommen. Ähnlich wie der kunde eines reutlinger elektromeisters, der ihm einen großen und teuren fernseher verkaufte. Als er diesen anlieferte, sagte der kunde: „ich halte Ihnen nicht die türe auf, damit Sie es recht schwer haben für Ihr geld“!    
selbstverständlich habe ich auch so unanständige bücher im angebot wie die kulturgeschichte der scheiße meines facebook-freundes Florian Werner, aber auch bücher über urintherapie, urin unter dem mikroskop oder das kinderbuch "auch kleine tiger müssen mal". quizfrage: in welchem raum stehen diese titel?
Mit einem kollegen telefoniert, der an einen bürgermeister kunst für einen sechsstelligen betrag verkauft hat. Alles wurde bezahlt. Nach jahren hat der gemeinderat den kauf angefochten. Mit erfolg: Ohne eine 2. unterschrift war der vertrag unwirkam! Jetzt muss der kollege die ganze kohle wieder rausrücken! Der bürgermeister wurde anschl. beim diebstahl erwischt, seine frau hängte sich auf. Für den kollegen ein alptraum. Mir ist jetzt schon bange vor dem schnäppchen meines lebens, falls es überhaupt kommt.
so waren gerade 2 frauen da und suchten einen emailletopf. ich hatte einen, auf dem WECK stand, und fragte sie, ob sie wissen, was "einwecken" ist. die eine konnte das beantworten, die andere nicht. da ich annahm, dass die kenntnis vom alter abhängt, fragte ich spontan: "sind Sie gleich alt?" es waren tochter und mutter: was die eine freute, trieb der andern die röte ins gesicht.
Habe 3 neue wegweiser in dusslingen aufgestellt zu meiner halle. Den 1. musste ich wegnehmen, weil der vollpfosteneigentümer ihn nicht duldete. Den 2. entdeckte eine facebook-freundin sofort und fuhr - wie immer- vorbei. Der 3. brachte mir soeben den besuch eines vertreters, der mir weitere werbliche aktivitäten verkaufen wollte. Erfolg hat einen namen – HECK!
Seit bald 40 jahren bin ich versteigerer, aber dass auktionen nun von seiten des staats als erziehungsmittel eingesetzt werden, kenne ich noch nicht! Ab heute gilt in dänemark ein gesetz, wonach autofahrern mit über 2 promille alkohol das auto weggenommen und versteigert wird!