falls jemand mal wissen will, wie eine kriminelle phishing-mail aussieht: "Hallo, Ich möchte Sie wissen lassen, dass ich die Zahlung von €195 abgeschlossen am vergangenen Freitag durch PayPal und i didn `t empfangen das Produkt und auch Sie didn` t schickte mir jede E-Mail. Stimmt etwas nicht? Don `t make me starten ein Drama. Artikelnummer: 870261985496 Artikel URL: http;//cgi.ebay.de./ws/eBayISAPI.dllViewItemampitem=870261985496" der letzte satz ist ein link, den man anklicken soll und wo man nach dem passwort gefragt wird. wenn man die artikelnr. googlet, findet man z.t. weitere betroffene.
wenn ich, wie gerade erst, z.b. vor meinem philosophieregal stehe, merke ich: ich habe das laster aller vestalinnen, dass ich mir nämlich die würde dessen anmaße, dem ich eigentlich nur dienen sollte. da bin ich allerdings nicht der einzige. unter buchhändlerinnen ist diese schwäche besonders verbreitet.
umgearbeiteter schottenwitz: Kommt boris palmer in die stadtbibliothek und sagt: "Wenn Sie weiterhin Zeitungen hier auslegen, die mich kritisieren, dann ist es die längste Zeit gewesen, daß ich bei Ihnen ausleihe". Noch ist es nicht so weit, denn unser OB geht gern dorthin. Wohl auch, weil’s nix koschtet. Man stelle sich vor, ein OB (palmer) hält eine rede auf einen ehrenbürger seiner stadt (walter jens). Neben dem rednerpult vielleicht ein glas laaberwasser. Der OB zitiert aus dem buch des verstorbenen  ehrenbürgers, das dieser über den ihnen beiden gemeinsamen wohnort verfasst hat, eine „liebeserklärung“ an diese „große kleine stadt“. So weit, so gut. Doch der OB besitzt das buch, aus dem er so leutselig zitiert, offenbar weder privat noch in seiner rathausbibliothek, was beides verwunderlich ist, denn es handelt sich um eines der beliebtesten bücher über diese stadt. So leiht er es sich aus der stadtbibliothek. Auf die idee, es zu kaufen, kommt er offenbar nicht, und das in einer stadt der bücher mit mindestens 7 antiquariaten. (im buchhandel ist das buch vergriffen). Dies empört nun einen ehemaligen tübinger antiquar (mich, der das buch für 9€ dahatte).  Wenige tage vor dieser rede hat der OB die schließung eines brillenladens seiner stadt mit „so schade“ kommentiert und pathetisch über die altstadt erklärt: "Hier kaufen ist auch ein Kulturbeitrag". Schon diese krododilstränen bei facebook wollte ich kritisieren, unterließ es aber als möglicherweise unsachlich. Doch nach dem TAGBLATT-Bericht vom 25.1.2014 betr. Walter Jens-Gedenkfeier habe ich OB palmer folgenden text auf seine fb-seite gepostet: "Ich lese: „OB Boris Palmer wiederum hatte sich in der Stadtbücherei das letzte dort vorhandene Exemplar der Jens’schen Liebeserklärung (‚Die große kleine Stadt’) reservieren lassen, aus der er zitierte.“ Selbst nach meinem Wegzug von Tübingen gibt es dort mindestens 5 Antiquariate, bei denen man das Buch höchstwahrscheinlich hätte kaufen können. Bei mir sicher für nur 9 €. Stattdessen leiht der OB es sich lieber aus, kostenlos. Schließlich muss er mit seinem geringen Einkommen haushalten. Für die nächste Sonntagsrede kann man es ja wieder ausleihen und einem echt Bedürftigen wegschnappen. Vielleicht sagt sich da schon einer: „Wozu 9 € in ein TÜ-Buch investieren, wenn meine Wiederwahl nicht sicher ist?“ Jedenfalls sauer: Antiquar Thomas Leon Heck Hallstattstr. 17/1 Dusslingen" nachdem DORT auf MIR herumgehackt wurde (ich würde werbung betreiben wollen - ein einfaches argument gegenüber einem handeltreibenden), postete ich es auch auf meinen seiten, um zu sehen, wer hier falsch liegt. Inzwischen räume ich ein, dass es ein fehler war, mit palmers seite zu beginnen, denn seine ca 5000 freunde sehen dort natürlich nicht gern kritik an ihm. Die z.t. völlig unsachlichen äußerungen gegen mich (bzw gegen palmer auf meiner seite) bewegen mich zu folgender klarstellung: niemand MUSS etwas kaufen, schon gar nicht bei mir. jede/r darf sich bücher ausleihen geiz ist geil kritik daran auch. Man hat mir vorgeschlagen, dem OB das buch zu schenken mit einer humorvollen kritik, was ich zuerst für einen konstruktiven vorschlag hielt, den ich aber schon am nächsten tag ablehnte mit hinweis auf das system wulff: gefälligkeiten aller art hemmungslos annehmen. Wie es derzeit aussieht, ist wulffs verhalten weder zivil- noch strafrechtlich zu beanstanden, trotzdem ist noch kein politiker in meinen augen in so kurzer zeit so tief gesunken. Gerade weil ich ihn anfangs für präsidiabel hielt, ist meine enttäuschung zur verbitterung geraten. An mein staatsoberhaupt stelle ich doch höhere anforderungen, als sie wulff offenbar erfüllen kann. Auch von meinem stadtoberhaupt erwarte ich mehr als solchen geiz, der mich im laden fast täglich ankotzt. Man hat mich gefragt, weshalb ich mich wegen 9 € so aufrege. Da kommt natürlich sehr viel zusammen, u.a. psychologisches: ich will mein unverständnis über so viel leidenschaftslosigkeit ausdrücken, mit dem ein gut bezahlter lobhudler schöne reden schwingt, während ihm ein hauptwerk des gelobten offenbar nicht mal ein paar € wert ist. politisches: ein kollege, der entrümpelt, arbeitet sich zu tode, weil er die preise von gemeinnützigen vereinen, die mit seinen steuern subventioniert werden, kaum unterbieten kann. dasselbe gilt für einen fahrradhändler in TÜ, der jetzt mit behindertenwerkstätten konkurrieren muss. Wir antiquare müssen gegen öffentliche, von unseren steuern subventionierte bibliotheken bestehen, weil viele von deren nutzern sich lieber ein buch dort kostenlos ausleihen, als es für einen kleinen betrag bei uns zu kaufen. Ein reclamheftchen kostet bei mir 50 cent. Dasselbe in einer stadtbibliothek auszuleihen, kostet den steuerzahler ich schätze mal 5 €. argumentatives: mich ärgert inzw. nicht nur die knausrigkeit des OBs, sondern auch die polemik gegen mich (wer mich kennt, weiß, dass meine empörung echt ist. natürlich spielt die selbstdarstellung immer eine rolle bei jeder meiner veröffentlichungen, denn wenn ich mich schämen müsste, könnte mich ja nichts und niemand dazu veranlassen. aber meine reaktion ist weder in1. noch in 2 . oder 3. linie eigenwerbung, zumal ich ausdrücklich auf die tübinger kollegen verweise. moralisches: palmer schreibt: "Ehrlich gesagt, wenn ich ganz einfach in der eigene Stadtbibliothek mit einem Anruf ein Buch ohne kosten für die Stadt besorgen kann, warum soll ich jemand beauftragen, das Buch antiquarisch zu suchen ? Der Aufwand ist ein Vielfaches von 9 Euro." wenn ein politiker "ehrlich gesagt" sagt, ist schon mal vorsicht geboten. was heißt "ohne kosten"? hat der bau der stadtbibliothek nix gekostet? schaffen die leute dort umsonst? wenn ich die zahl der ausleihen zu den kosten ins verhältnis setze, bin ich u.U. gleich bei 9€. und wieso ist bei ein paar anrufen in antiquariaten "der Aufwand ein Vielfaches von 9 Euro"? die stadt hat wohl telefon-flatrate, so dass für die paar anrufe nur lohnkosten von wenigen minuten anfallen. hätte palmer sich mit gedankenlosigkeit entschuldigt, wäre das noch akzeptabel, aber solche mathematischen hütchenspiele sind sehr fragwürdig. im moment bin ich jedenfalls auch nicht bereit, für seine wiederwahl im herbst zeitaufwand zu betreiben. ich zitiere abschließend aus palmers salbungsvollen grußwort fürs letzte tübinger bücherfestival mit vielen antiquariaten 2013, in dem er wortreich von schmerzhaften grenzen spricht „in unserem kopf“ (!), die er nun in puncto antiquariatsbesuch hoffentlich niederreißen kann, von der „legendären vielfalt“ des festes (die sich auch ihm endlich erschließen möge), außerdem lobt er da die wiedererweckung des „vergessenen“ und erfahrung des neuen. Schöner könnte ich es auch nicht sagen, nur dass ich es täglich mit leidenschaft (er)lebe. historischer rückblick: als kaiser wilhelm II 1908 einer englischen zeitung ein interview gab, um sein wohlwollen für diese nation zu beweisen, erreichte der glücklose damit dort das gegenteil und verschärfte den argwohn, der im 1. weltkrieg mündete. ich habe das interview gelesen und sehe nicht einmal die gründe der verbitterung auf der gegenseite. genauso dürfte es philipp jenninger mit seiner eigenen unseligen rede gegangen sein, die zu seinem rücktritt als bundestagspräsident führte. man hat ihm wohl nicht absicht unterstellt, aber katastrophale ungeschicktheit. auf diplomatischem parkett gefährlich. ich könnte mir denken, dass auch inge jens (die wg krankheit nicht da war) eine peinliche empfindung gehabt hätte, wenn der festredner durchblicken lässt, dass er sich das buch des verstorbenen nur ausgeliehen hat. anlässlich einer rede zum 500. jahrestag des tübinger vertrags hat palmer wenige wochen später schon wieder offiziell aus diesem buch zitiert. ich wüsste zu gern, ob erneut aus einem geliehenen exemplar! immerhin versteht frau dr. inge jens, die witwe von walter jens, meine perspektive.
  Ich lese gerade ein buch „hier hielt die welt den atem an“, das etwa 2 dutzend berichte über so dramatische ereignisse wiedergibt wie die ermordung von lincoln und gandhi, den sieg der russischen revolutionäre 1917, den untergang der titanic, den 1. bemannten weltraumflug, die atombombe auf nagasaki oder den aufstand 1953 in der ddr, der jahrzehnte lang den 17. juni zum tag der deutschen einheit machte. Erstaunlich, dass eine sklavenauktion in den usa von 1859 unter diese ereignisse aufgenommen wurde. Leider habe ich von dem bericht erst nach erscheinen meines buchs „die auktion in der literatur“ erfahren. Als ich am 11.1.2014 vor mehr anwesenden versteigerte, als bei der erwähnten auktion 1859 dabeiwaren, hielt aber wohl niemand den atem an, außer dem käufer des alten lanz bei seinem gebot in höhe von 21 000€.  
  Derzeit findet in stuttgart eine vortragsreihe zu diesem hauptwerk literarischer globalisierung statt, das aber etwa 100 jahre lang unverkauft bei seinem verlag herumlag. Ich besaß goethes eigenes exemplar, das er der schwiegermutter seines sohnes, link ❱ geschenkt hat und das ihr exlibris trug. Ich verkaufte es an meinen besten kunden. aus seinem nachlass wurde es dann erneut verkauft, zum etwa vierfachen preis. Ein anderes buch goethes bescherte mir eine weitere sternstunde meiner antiquarslaufbahn: ich besaß das exemplar seines ersten hauptwerks, GÖTZ VON BERLICHINGEN, das er seinem vater geschenkt hatte, mit dessen monogramm auf dem einband. Die kosten für den einband lassen sich sogar im haushaltungsbuchs von goethe senior nachweisen.
  Heute wurde mein letzter chef beerdigt, prof dr heinz happ. link ❱ ich habe u.a. um 1984 als happs wissenschaftliche hilfskraft das register für seine dissertation erstellt. da ich eine kurze zeit lang vielleicht der beste kenner der aussprache des klassischen lateins war, schlug ich happ vor, eine übung zu diesem thema unter seinem namen zu veranstalten, die aber de facto ich durchführte. So saßen denn auch in der 1. stunde etliche im übungsraum, die nicht schlecht staunten, als ich plötzlich - als ihr mitstudent - ans pult trat, u.a. ein zuhörer, der inzw. an der uni eine 1. geige spielt, aber nicht, weil er für 45 minuten mein schüler war. ich lernte bei happ einen neuen grammatikansatz kennen, die dependenzgrammatik, und wollte damit die unikarriere einschlagen. Happ schlug mich also für ein stipendium der studienstiftung des deutschen volkes vor. gutachter wurde link ❱ , auf den ich mich freute, weil ich annahm, mit solch einem außenseiter würde ich mich prächtig verstehen. Doch leider trat das gegenteil ein: neumann und ich verstanden uns überhaupt nicht, was sich u.a. darin zeigte, dass er von mir wissen wollte, welche gesellschaftliche relevanz die happsche dependenzgrammatik habe, was ich weder beantworten konnte noch wollte. Kurzum, ich bekam kein stipendium. Als ich dann noch krach mit einem anderen prof bekam, dem ich tauschweise ein buch im wert von 300 dm überlassen und dafür nur bücher für 10 dm bekommen hatte, wollte ich diesen verklagen, woraufhin happ dessen schuld bei mir zahlte, indem er mir arbeitsstunden erließ. Der andere weiß bis heute nicht, weshalb ich plötzlich ruhe gab... Beide ereignisse zusammen ließen mich jedenfalls auf eine unikarriere verzichten und selbstständig werden.
  Die ausspäh-affäre hat zu einem exklusiv-interview geführt, das der us-präsident klaus kleber vom zdf gab. Aus klebers elternhaus, das in reutlingen steht, habe ich neulich mehreres erworben
  1901 wurde ein gemälde von p.w. keller-reutlingen (1854-1920) bei Lepke, Berlin, aus der Sammlung von Friedrich Gurlitt (geb. auch 1854, gest. 1893, ein Verwandter des Cornelius Gurlitt mit dem sagenhafter Schwabinger Kunstfund) versteigert (nach Thieme-Becker). Ich mache das werkverzeichnis von keller und habe im nachfolgelexikon von thieme-becker, dem AKL, seinen artikel geschrieben.
  Gerade habe ich versucht, einem alten und schwerhörigen mann, der mir ein foto mailen wollte,  meine email zu diktieren. Da heck und @ und web ähnlich klingen und zudem 1 dot/punkt die sache erschwert, kam es zu unerträglichen komplikationen. Er immer wieder „punkt web“. Ich: „nein, punkt heck“. Er mehrfach:“ @heck“, ich gequält und immer lauter werdend:„nein, @web“. Nach gefühlten 200, tatsächlich aber etwa 20-30 versuchen, gab ich  auf. Ein schöner start in die woche. Das wäre eigenlich ein sketch-thema für helge thun.   
  Mein erster mir noch erinnerlicher berufswunsch war zirkusdirektor. Es folgte zoodirektor. Mit 16 wollte ich justizminister werden, mit 17 millionär, mit 18 pfarrer. Anschließend noch professor und lehrer. Das war die letzte der wunschvorstellungen, nun holte die realität mich ein. Geworden bin ich (neben antiquar, kunst- und antiquitätenhändler sowie verleger) versteigerer. Da hab ich zirkus (wenn knausrige bieter durch den feuerreif des höchstgebots springen müssen) und zoo (von der spitzmaus bis zum brüllaffen kommt so ziemlich alles), kann dirigieren und konsequentes rechtliches reglement anwenden, die kohle kommt nicht zu kurz, und was für pfarrer, professor und lehrer gilt, dass die nämlich vor oder über den anwesenden, auf jeden fall aber monologisierend im mittelpunkt stehen, habe ich auch so erreicht. Was also will ich mehr?
  Heut sah ich eine postkarte: „an onkel, wo was schenkt, isch besser wie a tante, wo klavier schpielt“. Da fiel mir der kunde ein, der angesichts einer kommode bei mir sagte: „da denk i an die tantene, wo mr nie was kriegt hat“.  
  Gestern sah ich bei arte eine dokumentation über das grab des padiamenope aus dem 7. jhdt vor chr. Darin wurde der beinbruch des archäologen wolfgang schenkel beim ausgraben dieses monuments erwähnt. professor schenkel ist der einzige tübinger ägyptologe, der sich (mit einer ehem. Assistentin) die bibliothek seines vorgängers hellmut brunner, die bei mir gelandet ist, hier angesehen hat.
  Die überschrift klingt nicht nur wie “der spion, der aus der kälte kam“, meine beziehung zu Reinhard Breymayer hat tatsächlich einige romanhafte züge.  Im Februar 1982 (auf den monat genau 200 jahre nach oetingers tod) entdeckte ich im Tübinger Universitätsarchiv ein bislang unbekanntes Manuskript des Theologen F.C. Oetinger (der auf goethe und marx gewirkt hat), das Breymayer zuvor vergeblich gesucht hatte. Ihm stand bei seiner suche aber die eigenhändigkeit von oetingers handschrift vor augen, doch konnte er das manuskript so nicht entdecken, da es von fremder hand geschrieben ist. ich hingegen hatte den namen oetingers nie gehört, bis ich sein buch zu einem sündenthema in die hand bekam, dessen sonderbarer beginn sich mir einprägte: „die aufgabe geht aus einem lautern sinn“ (gedächtniszitat). Dieselbe formulierung fand ich nun in einer der handschriften im uniarchiv. Märchenhafterweise lag ihr ein verschlossenes kuvert bei, dessen öffnung ich nun anregte. Es enthielt das autogramm oetingers! Kurz darauf bat mich der archivdirektor zu sich und eröffnete mir, dass „oetinger einer unserer bedeutendsten söhne“ sei! So war ich plötzlich in der pietismusforschung, so wie die jungfrau zum kind kommt, denn erstmals konnte man ein manuskript oetingers mit seiner buchfassung vergleichen (ein vergleich, der aber bislang nicht angestellt wurde. Ich habe anschließend 3 texte über oetinger verfasst, von denen eine halbseitig in der stuttgarter zeitung erschien, auf seite 3 nach den berichten von helmut kohls machtergreifung, am 7.3.1983). Dies war eine der zentralen lektionen meines lebens: tüchtigkeit allein genügt nicht für erfolg, glück allein aber auch nicht, man braucht beides. Denn hätte ich nicht den textanfang oetingers im kopf gehabt, hätte auch ich die entdeckung nicht machen können.  Ein anderer archivdirektor meinte nun, diesen fund werde man mir „in tübingen neiden“. Er konnte nur Reinhard Breymayer meinen. Durch diese entdeckung lernte ich aber Herrn Breymayer kennen, der alles andere als missgünstig war, im gegenteil: er bot sofort seine kooperation an.  bereits 1985 sollte Breymayer durch einen weiteren Fund mein leben verändern: er hatte ein unbekanntes, Hölderlin zugeschriebenes gedicht entdeckt, die "Hymne an die Heiterkeit". Zum Zweck der Veröffentlichung dieses aufsehenerregenden Fundes gründete ich meinen Verlag. Gemessen an der Reaktion der Öffentlichkeit hatte ich bereits mit meinem Erstling die richtige Nase bewiesen: Von der spanischen Zeitung El Pais über Le Monde halbseitig, vom Hamburger Abendblatt auf der Titelseite bis zum Neuen Deutschland, von den USA bis nach Korea interessierten sich die Medien lebhaft für den Fund. Verdient habe ich dabei zwar nichts, aber die vielen, zum Teil negativen Erfahrungen waren sehr wertvoll für mich. Besonders nach manch infamer Kritik war es eine große Befriedigung, wenn mein Buch in Kindlers Literatur Lexikon unter dem Stichwort Hölderlin erwähnt wurde. So war ich als versteigerer, kunsthändler und antiquar nun plötzlich ohne jede absicht dank Reinhard Breymayer auch noch verleger geworden, und das in einem abschnitt meines lebens, als der bloße handel anfing, mir zu geistlos zu werden.  U.a. für ein Buch Breymayers aus meinem Verlag über Philipp Matthäus Hahn erhielt der Autor den Hahn-Preis der Stadt Kornwestheim. Unser hahn-buch war der erste bei mir vergriffene titel und damit einer der wenigen wirtschaftlich erfolgreichen titel. Von keinem anderen autor habe ich so viele bücher im programm wie von Breymayer, und umgekehrt hat er m.W. auch nirgendwo anders so viele monographien publiziert wie bei mir. Gern hätte ich eine festschrift zu seinem 70. geburtstag verlegt, aber dazu ist es bislang leider nicht gekommen.  Breymayer verdanke ich indirekt meine aufnahme in diverse Who is whos, was vor zeiten des internets relativ gewichtig war. welcher seiner konkurrenten könnte schon zugeben: Wenn es kein internet gäbe, in breymayer mit seinen enzyklopädischen kenntnissen wäre man seiner idee am nächsten. So wie kärchern als verb für reinigen in den wortschatz aufgenommen wurde, verlange ich das schon lange für breymayern: einen text nach allen philologischen, historischen , genealogischen u.a. bezügen durchkneten. Als ich einmal von einer gastwirtstochter erfuhr, dass sie insgeheim die ehe mit einem akademiker erstrebe, versuchte ich, breymayer mit ihr zu verkuppeln. Leider ließ er sich nicht darauf ein. Als er einst zu fuß in seiner unvergleichlichen gangart von tübingen nach ofterdingen ging, wurde er als verdächtig an der B27 von der polizei angehalten, die dann aber den von herzen freundlichen mann sogar nach hause chauffierte. Seine  kenntnisse sind umwerfend, sein interesse an allem beeindruckend: man sieht ihn vor dem ernst-jünger-haus ebenso wie bei kaiserin zitas beerdigung in wien. Trotz oder wegen seiner selbstzentriertheit ist er ein ausgesprochen guter und teilnahmsvoller zuhörer. Oft habe ich in meinem laden sein teils schallendes, teils selig glucksendes lachen vernommen. Doch bevor ich in einen nachrufton verfalle, wünsche ich ihm zu seinem 70. geburtstag am 4.1.2014 weitere ergiebige jahrzehnte.
  Ein von mir jüngst produzierter, dann aber selbst entdeckter und tapfer offenbarter fehler in einem lateinischen satz erinnert mich an einen der wenigen triumphalen momente meines lebens: in einer altgriechischen stilübung an der uni TÜ hatte ich den satz „die straße führt nach syrakus“ ins griechische übersetzt und dabei französisch mener (=führen) und griechisch menein (=bleiben) verwechselt. Diese interferenz war ein grober fehler und hätte auch als solcher bewertet werden müssen. Doch ich staunte nicht schlecht, als der dozent vor allen erklärte, er wolle mir dafür nur einen halben fehler berechnen, da er annehme, dass ich irgendeinen obskuren neutestamentlichen beleg für meine übersetzung beibringen könne! Da ich damit rechnen musste, bei ihm auch im examen geprüft zu werden, wollte ich natürlich nicht an meinem nimbus kratzen. Gelegenheit dazu ergab sich, als der mann jahrzehnte später an meinem laden vorbeiging und ich erfreut ausrief: „guten tag, herr dr. w.“ doch anstatt näherzukommen, ergriff er die flucht mit den worten: “guten tag, herr heck. Ich brauche aber gar keine bücher mehr.“, und seine frau fügte mit entsprechend abwehrender geste hinzu: “ja, das stimmt, er hat überhaupt keinen platz mehr“!