Unheimlich fanden zwei frauen gestern den aufenthalt in meinem untergeschoss. Sei es wegen meiner ausstrahlung oder wegen der fensterlosen ewiglangen räume, deren licht erst beim betreten angeht. Da ich das nicht zum ersten mal höre: ich halte es für ein schlechtes geschäftsmodell, menschen dort unten der verzögerten humanschlachtung zuzuführen, die womöglich daheim gesagt haben: „ich geh mal kurz zum heck“ und nie wiederkehren. Ich hätte zwar teppiche und truhen, in denen ich die leichen unbemerkt abtransportieren könnte, auch der hund ist nicht allzu wählerisch in puncto fleischkonsum, aber ich müsste auf jeden fall kostbaren stauraum aufgeben, was gar nicht ginge.
über 100 jahre ist eine kopie dieses gemäldes unidentifiziert in familienbesitz und wurde von mir nach bloßer mündlicher beschreibung sowohl in hinsicht auf die porträtierte als auch den künstler identifiziert. Jo Jansen schreibt: "Am Freitag war ich in meinem neuen Lieblingsantiquariat bei Thomas Leon Heck. Ich lernte den Besitzer als einen freundlichen und sehr kompetenten Antiquar und Kunsthändler kennen. Als ich begann, ihm die Geschichte eines Bildes zu erzählen, die ich als Kind gehört hatte, nannte er mir nach dem ersten Satz Titel und (vermutlichen) Maler: "Beatrice Cenci" von Guido Reni. Ich bin beeindruckt, denn es stimmt! Ich könnte noch weiter über die "Heckschen Hallen" schwärmen, in denen ich mich gern, wie in einem Labyrinth, verlaufen hätte. Ich denken, liselotterie wird in ihrem Blog davon berichten. Wer die ganze grausame und ungerechte Geschichte der Beatrice Cenci lesen will, dem empfehle ich Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Beatrice_Cenci"
als ich mal zu einem generalstaatsanwalt a.D. in meinem laden sagte: "juristen können gar nicht so trocken sein, wie ihnen vorgeworfen wird, wenn sie den ausdruck SCHWEBEND UNWIRKSAM erfunden haben", lachte er schallend.
gerade bekam ich eine radierung von horst janssen herein, den manche für den bedeutendsten dt. grafiker der 2. hälfte des 20. jhdts. halten. noch während sie hier liegt zur identifikation des motivs, geht von janssens verleger zufällig eine email bei mir ein.
aus meinen ca 1 dutzend künstlernachlässen habe ich einige bilder bei einem anderen auktionshaus eingeliefert. Der ersteigernde käufer recherchierte im netz zu dem künstler und entdeckte – meine ebayangebote mit werken desselben malers. Dort stand dabei, dass ich auch ein buch geschrieben habe, in dem der künstler erwähnt ist. das bestellte der mann nun auch gleich bei mir. So schließt sich der kreis
schrieb ich auf einen zettel, den ich einem von mir verfassten buch beilegte, nachdem ich mit dem fernbesteller ein nettes telefonat geführt hatte. Schließlich kann ich ja nicht ungefragt in sein buch hineinschreiben oder eitel voraussetzen, dass er auf meine widmung wert lege.
bei einer nachlassauktion von mir klaute eine einen staubsauger. das blieb nicht unbemerkt. als es wieder mit ihr zu einem zwischenfall kam und man sie auf diese tat ansprach, sagte sie vorwurfsvoll: "den bring ich wieder zurück. der tut ja gar nicht!"
eine frau sucht im nachbarort römergläser. Der kollege hat keine und schickt sie zu mir. Hier kann sie gerade noch 2 davon einem libanesischen händler entreißen, der sich bereits alle weggestellt hat. Es ist auch nicht das erste mal, dass ich erlebe, dass sachen hier jahre lang herumstehen und dann in derselben minute mehrere kaufinteressenten finden. Einmal stand eine kaminuhr ca 5 jahre sogar im schaufenster. In dem moment, als ich sie verkaufte, rief jemand an und fragte danach. Ich übergab den hörer an den käufer, weil mir so was kaum jemand glauben würde.
aus dem besitz des nun seliggesprochenen papstes paul vi hatte ich 1 gemälde, und aus dem besitz eines gottes gar, des japanischen kaisers hirohito, einen stellschirm.
mein vater sagte vor über 40 jahren, er lese gerade dale carnegie, "wie man freunde gewinnt". und bei jedem satz wisse er, dass ich es genau umgekehrt mache. gelesen hab ich es bis heute nicht.
um 4 uhr früh mit dem hund, der am boden schnüffelt. Ich, hierzu wenig geeignet, betrachte lieber die sterne. Was haben die menschen aus ihnen gemacht? Vor zeiten von buch, TV und facebook erzählten sie mythen, dienten als gottesbeweis (ich besaß melanchthons eigenhändiges stammbuchblatt: „die sterne sind zeichen der göttlichen vorsehung“) und wurden als himmelskarte instrumentalisiert. Alles belege für die these meines buchs DAS PRINZIP EGOISMUS von 1994)
heute steht in der zeitung ein mann, dessen (stief-?)sohn mit ca 40 an der fußgängerampel von einem auto überfahren wurde. die bibliothek dieses hochbegabten brachte er mir. bitter, auch irgendwie für mich. gestern stand einer drin, der mal bei mir einen teppich ersteigerte und mitten in der auktion nicht mehr wollte.er legte ihn in einem gesicherten bereich ab, von wo er gestohlen wurde. er verlor den prozess um die zahlung und musste nun für einen teppich blechen, den er nicht mal mehr erhalten konnte. bei seiner tochter, die mir mal sehr gefallen hatte, war ich aber schon vorher in verschiss geraten, weil ich ihr gesagt hatte, dass ein bekannter sie als eine bezeichnete, die mit jedem ins bett gehe. deswegen war sie auf mich wütend, während sie anschließend (!) mit dem verleumder ins bett ging. alles rätselhaft...
in meinem laden stand mal eine heck-tüte voll mit büchern, die ich hintereinander alle auszeichnete. nach etwa 1/4 h kam ein kunde und fragte nach seiner tüte! es war seine tüte, die er mit büchern voll mitgebracht und abgestellt hatte, während ich sie wegen meines namens und signets für meine tüte hielt. zum glück waren die bücher wieder einzufangen.
mein auto hab ich gebraucht gekauft von einem innenausstatter. seine werbung mit fotos aus schönen räumen hab ich einfach zum teil mit fotos von büchern, gemälden und antiken möbeln überklebt. was offenbar gut gelang, da einer werbefachfrau die reklame so gut gefiel, dass sie mir sachen verkaufte. allerdings brachte ihr der blickfang kein glück: sie bekam wegen des verkaufs ärger mit ihrem mann.
"es ist bei Zeus einfach schoen zu wissen, dass egal, wo ich auf dieser Welt gerade bin, dort in Dusslingen es diesen Heck gibt, der da all seine wunderlichen Sachen macht so wie er sie gerne macht. Das freut mich immer wieder aufs Neue so sehr, dass ich auch aus der Ferne versuche, alles daran zu setzten, dass er nicht ausstirbt. "
gerade bekam ich ein gutes gemälde zurück, das ich früher mal mit einer zwiebel gereinigt habe. dabei entschwand mir die signatur, wohl für immer. ähnlich erging es mir mit einer miniatur von richard wagner. spucke ist immer gut, dachte ich, bis sich dem komponisten die haare kräuselten. letzteres hat eine restauratorin wieder hingekriegt.
einen kunden, der fast jede woche kam und 1x seinen geldbeutel mit 1500 dm im meinem laden liegenließ. als ich anrief, hatte er den verlust noch nicht mal bemerkt. nachdem er den geldbeutel im laden abgeholt hatte, ließ er sich nie mehr blicken. als ich deswegen nach wochen einen finderlohn forderte, sagte er: "den können Sie gern einklagen"! ich hatte nichts in der hand und den geldbeutel natürlich nicht gegen quittung übergeben. jetzt wagt es der drecksack, sich in meine diskussionen einzumischen.
Die bestellung einer dortigen bibliothek trug folgende anschrift: „geleitwort von alfred munz, nous verlag, tübingen, germany“, ohne straße, und kam an! Die bibliothekarin wusste wohl noch aus alten kinofilmen, dass deutsche oft VON heißen und seltsame namen tragen wie dankwart, und bastelte sich da was kurioses aus ihren bibliografischen angaben zusammen. Damit kann allenfalls noch „hecker & zekoy“ konkurrieren, nachdem ich meinen namen am telefon buchstabiert hatte: „ha - e – ce - ka“. Beide briefumschläge besitze ich natürlich noch.
Die übergabe des preises erfolgte durch den vorsitzenden des börsenvereins, heinrich riethmüller aus tübingen, dessen familie die buchhandlungen osiander gehören. Dort werden nicht nur meine bücher verkauft (z.b. setzte osiander von meinem reutlinger künstlerlexikon mehr ab als alle sonstigen buchhandlungen in RT zusammen), manchmal profitiere ich auch indirekt von ihrer marktbeherrschenden stellung. so gab die eröffnung der osiander-filiale in reutlingen der buchhandlung kocher nach ca 120 jahren den todesstoß. Das inventar samt restbüchern versteigerte ich. Die frühere seniorchefin brigitte riethmüller gehörte zu meinen ältesten kunden. Als der rias berlin mich im rahmen einer reportage über „tübingen als lebenswerteste stadt deutschlands“ im laden interviewte, war frau riethmüller zufällig anwesend und sagte mit schwäbischem akzent: „wo sich so viele sachen aufeinandertürmen, findet man immer irgendetwas.“ Wenn man ihre unauffällige erscheinung sah, hätte man kaum glauben können, dass ihre firma inzwischen ca 50 mio. € pro jahr umsetzt. Sie war auch die einzige subskribentin meines buchs DIE AUKTION IN DER LITERATUR. Noch vor auslieferung des exemplars verstarb sie.
Vor etwa 20 jahren kam ein junger mann zu mir, der ca 500 000 dm geerbt, aber durch verschwendung komplett durchgebracht hatte. Seine schwester hingegen hatte es beim selben geerbten betrag durch kluges haushalten zu einem eigenen flugzeug gebracht! Er versilberte nun fast alles, was er besaß, und nachdem es nichts mehr zu liquidieren gab, brachte er sich um. Heute blätterte ich in einem flyer aus dem kunsthandel und sah ein bild, das er leider nicht mir, sondern an einen befreundeten galeristen verkauft hatte. Ich nehme an, er hat 1000 dm dafür bekommen. Jetzt wurde es für das 50-fache verkauft! Entgegen landläufigen meinungen über die häufigkeit solcher schnäppchen im handel habe ich so etwas in 30 jahren noch nie erlebt.
soeben bekam ich folgende mail: "Ihr Zeichen, Ihre Nachricht vom 02.06.2014 ; Aktenzeichen EB 708181 Ihre Beschwerde bei der Bundesnetzagentur über unerlaubte Werbefaxe von der Firma Krona GmbH unter Beteiligung der Rufnummer 022180132661  Sehr geehrte Damen und Herren, in obiger Angelegenheit komme ich zurück auf Ihre Beschwerde über unerlaubte Werbefaxe von der Firma Krona GmbH unter Beteiligung der Rufnummer 022180132661. Aufgrund Ihrer Angaben sowie weiterer gleichlautender Beschwerden habe ich ein Verwaltungsverfahren durchgeführt. Ich kann Ihnen nunmehr mitteilen, dass der zuständige Netzbetreiber sämtliche Anschlüsse des Zuteilungsnehmers dieser Rufnummer gekündigt und Maßnahmen für die Zukunft ergriffen hat, dass dieser Zuteilungsnehmer künftig keine Rufnummern mehr von ihm erhält. Mit freundlichen Grüßen Ihre Bundesnetzagentur"
Vor etwa 8 jahren sah ich ihn in einem tübinger lokal sitzen und erkannte ihn sofort. die schöne dame an seiner seite hielt ich für seine frau. (Neben den beiden saß der vater eines exmitarbeiters von mir, ebenfalls schlaganfallpatient.) Als sie tags darauf meinen laden betrat, rief ich ihr, noch bevor sie mich gesehen hatte, zu: „guten tag, frau augustinski“ und hatte den eindruck, dass sie sich freute, auch mal ohne ihren mann erkannt zu werden. Wir verstanden uns gut und trafen uns noch mindestens 2x privat. Anders als in seiner klimbim-show war der schwer unter seiner behinderung leidende peer augustinski dabei mürrisch, herrisch und wohl auch eifersüchtig, während seine frau ihr ebenso schweres schicksal mit engelshafter geduld und humor ertrug. Er ließ es sich aber trotz seiner lähmung nicht nehmen, sein umgebautes auto selbst zu fahren. Ich bot mich als verleger für sein buch an, das er über seine heilerfolge dank seiner tübinger therapeutin schreiben wollte. Das buch ist inzwischen woanders erschienen.