Heute morgen war eine gruppe von etwa 20 personen aus stuttgart bei mir. 1. Kommt ein weiterer kunde dazu, der redet, als könne er nicht auf 3 zählen, aber alle deutschen postleitzahlen auswendig kennt. Einige aus der gruppe machen gleich den versuch und hören nicht nur sofort die alte plz von nürtingen, sondern auch mehrere neue. 2. Ein mann spricht mich auf mein porträt beethovens mit hörrohr an. Seine begleiterin: „ach, ein hörrohr ist das. Ich dachte, der macht eine ohrspülung. Ich bin nämlich krankenpflegerin.“ 3. Eine frau fragt mich nach einer weile fast verängstigt, nachdem sich alle auf 3000 qm verteilt hatten, ob die etwa schon gegangen seien.
Gestern kam im schwäbischen tagblatt ein halbseitiger bericht über eine ausstellung von 20 werken des tübinger künstlers hug mundinger. Ich habe von ihm über tausend werke hier. http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=261299281955&ssPageName=STRK:MESE:IT  
gerade rief ich meine frau an, um ihr etwas zu berichten. sie: "das hast du ja vor tagen schon bei facebook drin gehabt"!
anruf bei einem kollegen in bozen, den ich eingangs daran erinnere, dass ich ihm einmal ein gemälde verkauft habe. er: "ja, Sie sind der mit dem youtube-film."
  Der zopf von julia timoschenko erinnert mich im rahmen der faschismusvorwürfe an die neue ukrainische regierung an die frisur der reichsfrauenführerin gertrud scholtz-klink, der ich einmal begegnet bin im kreis tübingen, wo sie bis zu ihrem tod 1999 lebte. Als kriegsverbrecherin bekam sie keine rente und musste damals bücher verkaufen, die ich z.t. heute noch habe. Es war eine begegnung der 3. art, als hätte ich napoleon getroffen. Sie trug einen runenring, hatte noch immer diesen zopf wie auf den fotos aus dem 3. reich und wusste natürlich von nichts. Dass ich den versilberten gürtel mit runen der führerin der größten frauenorganisation der welt nicht kaufte, halte ich nachträglich für einen fehler.   Ich ertappte sie möglicherweise bei einer lüge: von einer rezensentin ihres buchs „die frau im dritten reich“ (das sie mir signierte) war sie scharf angegriffen worden mit hinweis auf ihre rede vor dem parteitag in nürnberg. Scholtz-klink behauptete nun, diese rede stehe ihr nicht mehr zur verfügung. Sie hat sie mir aber verkauft! Es ist nur schwer vorstellbar, dass sie das buch mit dieser rede erst nach der wohl unwahren replik erworben haben soll. So erweist sich wieder mal das antiquariat als ernstzunehmende historische quelle.
  Der biochemiker peter bohley, exschwager der ddr-bürgerrechtlerin bärbel bohley, führte alljährlich dutzende erstsemestrige biochemiestudent(inn)en (Abischnitt: 1,0) durch meinen ehemaligen laden in tübingen. Im gänsemarsch: wenn die letzten reinkamen, gingen die ersten schon wieder raus. Ich weiß allerdings nicht, ob sich danach jemals eine/r von denen nochmals bei mir blicken ließ. Als ich gerade mal wieder ein teures buch vermisste, war ich außerstande, die truppe reinzulassen
früher kündigten mir mitarbeiter mündlich oder schriftlich. heute entfreunden sie den chef bei facebook. der weiß dann auch ohne worte bescheid. hab ich mehrfach erlebt!
sagte ich gerade zum hund und ging das politikregal sortieren
  Eine meiner lieblingsgeschichten ist die, dass ich mal eine auktion in pliezhausen hatte. Anschließend ging ich zum auto und wurde von gegenüber begrüßt: „Hallo, herr heck“. Es war eine kundin von mir, die zahnarzthelferin von gottfried benns letzter frau, die im kreis nürtingen eine praxis hatte. Dies führte in der literatur zu der falschen behauptung, sie sei in tübingen gestorben.
einer meiner kunden hieß grimminger. immer wenn er sich telefonisch meldete mit "grimmi-", erschrak ich und ergänzte still "-nalpolizei". war dann aber beruhigt, wenn er fortfuhr "-nger" und mir nur mal wieder seine bücher bringen wollte.
ich zu einem kunden: "und grüßen Sie Ihre frau von mir". er: "ja, wenn ich zu wort komm"
  von diesem schwäbischen nationaldichter habe ich ca 100 bücher hier, darunter allein sein bekanntes „deutschland deine schwaben“ fast 50 mal. der darin erwähnte bürgermeister  KÖNIG, inzw. selbst in pension, ist ein kunde von mir.
  In einer bibliothek aus dem nachlass einer kundin (wie ich an einigen einst von mir selbst ausgezeichneten und nun erneut hereingekommenen büchern erkennen konnte) befand sich ihr tagebuch, beginnend mit dem tod ihres letzten sohnes. Den ersten hatte sie davor schon verloren, nach dem tod ihres mit 39 gestorbenen mannes, so dass sie nun mit über 80 ganz allein dastand, und das bei beginnender krebserkrankung. Wie in einer griechischen tragödie quält sie sich mit der frage, wer nach ihrem tod verpflichtungsgemäß das grab eines vorverstorbenen verwandten pflegen soll. Enorm wichtig wäre ihr auch, mit ihren jeweils weit entfernt bestatteten söhnen im grab vereint zu sein. Auch ihre eigene beerdigung plant sie akribisch, auch wenn sie „angst vor dem sterben“ hat. Wenn ich je einen roman schreiben wollte, würde ich ihn mit so einem fund beginnen lassen.
man sollte annehmen, dass bauern über genügend alte pflüge verfügen. aber gerade bestellte ein wackerer vertreter des reichsnährstands bei mir einen alten, handgeschmiedeten pflug! sogar 2 davon hab ich da.
  Ein kunde hat jetzt schon zum zweitenmal ein gemälde bei mir erworben, von dem er anschließend entdeckt hat, dass es in einem buch erwähnt, einmal sogar abgebildet ist! was natürlich den wert steigert.
  ich hab mal ein buch eines juraprofessors über lateinische rechtsregeln rezensiert. Darin fiel mir ein satz auf: „res nulla cedit primo occupanti“, d.h. keine sache weicht (geht in den besitz über) dem ersten, der sie in besitz nimmt“. Es muss aber heißen: res nullius, d.h. niemandes sache (d.h. eine herrenlose fundsache geht in den besitz des ersten über, der sie in beschlag nimmt). Der arme autor hat mir – leider zu spät - glaubhaft versichert, dass es in seinem manuskript noch richtig stand und ein übereifriger, aber nicht ganz regelfester assistent dachte: „res ist weiblich, also muss es nulla heißen“ und den „fehler“ „verbessert“ hat, ohne es seinem chef zu sagen, der dafür getadelt wurde. Die eigenmächtigkeit des assistenten verkehrt den satz in sein logisches gegenteil.
  an einen der bedeutendsten deutschen künstler (mit z.t. sechsstelligen preisen). falls er von seinem rückgaberecht gebrauch machte, hätte seine unterschrift mehr wert als sein einkauf bei mir. ein von einer lieben kundin hergestelltes produkt, die den 2. weltkrieg weniger belastend fand als die jahre ihrer selbstständigkeit.
2 erfreuliche beispiele dafür sind gerade bei mir: einer brachte meinen balinger auktionskatalog von 1983 mit, darin von ihm gesammelte zeitungsausschnitte über mich, der andere weiß auf den tag genau, wann er erstmals in meinem laden war: am 9.9.1993!
  Einen brief bismarcks an einen schwäbischen bürgermeister entdeckte ich gerade im handel. In der annahme, die gemeinde könnte an diesem bedeutenden dokument interessiert sein, rief ich im vorzimmer des heutigen bürgermeisters an und bot den brief des reichsgründers an, der als der bedeutendste deutsche gilt. Trotz deutlicher betonung des lokalen bezugs bekam ich zu hören: „und, was soll ich damit?“
  Zu den schwarzwürsten des metzgersohns Uli Hoeneß muss ich natürlich auch meinen senf geben. 1 seiner kinder ist mit 1 kind des tübinger metzgers truffner verheiratet, neben dem ich um 1980 meine letzte junggesellenwohnung hatte.    Möglich, dass truffners dem hoeneß auch mit meinem geld, das ich u.a. für ihren köstlichen eiersalat liegenließ, mal ein geschenk gekauft haben, das er jetzt in den knast mitnehmen könnte.
  kostete neulich ca 5 millionen €. Er stammt von francis crick, dem entdecker der DNA. Jetzt sind gleich 3 briefe auf dem markt von ihm, an einen bekannten von mir, für nur 1200€, zusammen! Solche bewertungsunterschiede sind auf dem kunst- und antiquariatsmarkt nichts außergewöhnliches.
  als ich etwa15 war, lief im tv eine serie, deren hauptdarsteller X unserem lehrer ähnlich sah. Für mich gehört X also zum inventar meiner biographie. Als er eines tages in tübingen war, kaufte er bei mir ein gemälde. Meine frau begleitete mich, als wir es ihm ins hotel brachten. Da X damals frisch verheiratet war, hatte er keinen blick für meine frau. Als er nach jahren wieder in TÜ war, kaufte er wieder ein bild, das wir ihm wieder ins hotel brachten. Da er zwischenzeitlich geschieden war, hatte er nun plötzlich einen blick für meine frau. Einige ungeschickte bemerkungen von mir verleiteten ihn zu einem offenbar falschen schluss. Er machte ihr nämlich am nächsten tag (!) einen heiratsantrag, den sie zum glück ablehnte. Ich frage mich aber seitdem, in welcher realität so ein schauspieler lebt.
  Frau p. aus r. sucht einen silberleuchter. Ich zeige ihr den, den und den. Nee, die gefallen ihr nicht. Nach monaten kommt sie wieder mit dem gleichen suchwunsch. ich zeige ihr dieselben leuchter: den, den und den. Nee, die gefallen ihr nicht. Ein paar tage später kauft ein bekannter von ihr 1 dieser leuchter. Am nächsten tag rauscht sie halb empört durch die ladentür: „So was, wie der herr K. gestern bei Ihnen gekauft hat, suche ich schon lange!“. Alles wahr, ich schwör’s.
  gerade lese ich, dass einer der richter gestorben ist, die beim verwaltungsgericht sigmaringen in meiner klage gegen meine drei(!)-fache zwangsmitgliedschaft in der IHK entscheiden mussten, die ich ohne jede chance verlor. Zu meinen kuriosesten erfolgen gehört dabei, dass ich mindestens 3 von den 5 (!) richtern als kunden gewann. Einer mailte mir anschließend sogar: „ich kann nicht umhin zu bekennen, dass Sie mich beeindruckt haben“. Dabei werde ich noch nach jahren das gefühl nicht los, dass er weniger meinen kampfwillen beeindruckend fand als anderes. In einem sigmaringer lokal hatte ich ferner gelegenheit, eine kuriose äußerung des verlegers eugen diederichs zu überprüfen, der in seiner autobiographie meinte, die germanischsten aller deutschen lebten (nicht etwa in schleswig, sondern) zwischen tübingen  und sigmaringen!
  hatte ich vor genau 30 jahren, als ich in knallroter englisch-ägyptischer galauniform die fasnet in rottenburg besuchte. Mein unverkleideter chauffeur war ein reutlinger fabrikantensohn, der die absperrung vor der festhalle für seinen rolls royce einfach aufhob, was die beobachtenden polizisten zu meiner verwunderung duldeten. Einer jungen frau machte ich schöne augen, doch sie zog meinen „stallknecht“ vor, den sie später heiratete. Inzwischen sollen sie geschieden sein, was mir eine gewisse genugtuung bereitet. Ich staunte nicht schlecht, als mir plötzlich einer der organisatoren eine karte in die hand drückte, ich solle mich doch zur kostümprämierung auf die bühne begeben. Da stand ich denn nun, steif wie ein nussknacker, und gewann trotzdem, per akklamation! Die siegesprämie in form einer flasche sekt spendete ich einer anderen dame, die mich dafür auch nicht ganz leer ausgehen ließ. Für manche war all das offenbar zu viel des guten, jedenfalls flogen mir beim gehen bierdosen hinterher. Als ich wochen später mit meinen facebook-freund uwe ruckgaber über den tübinger marktplatz ging, stieg ein mann vom fahrrad und fragte: “darf ich Sie mal was fragen?“ ja. „Stimmt es, dass Sie von geburt adlig und sehr reich sind?“ Laut lachend musste ich beides verneinen. 1 jahr später lernte ich an derselben stelle meine frau kennen. dazu nächstes jahr mehr.
  Vor 5 jahren begrüßte ich eine stammkundin mit den worten: „hier können Sie noch im alter mit rollstuhl durch.“ Sie nahm’s humorvoll: „das ist aber eine freundliche begrüßung.“ Inzwischen ist der laden so voll (trotz 3000 qm), dass ein rollstuhl allenfalls noch herein-, aber nicht weiterkommt. Da in 5 jahren aber auch kein einziges dieser gefährte sich hier blicken ließ, sehe ich keinen anlass, den stauraum freizuhalten, und warte nun auf beschwerden von behindertenverbänden.