(wenige monate nachdem sein besuch in der brd die ermordung von benno ohnesorg ausgelöst hatte). Der deutsche staat, genauer heinrich lübke, schenkte dem schah aus diesem anlass das modell eines rekonstruierten persischen tempels. Verantwortlich dafür war prof dr heinz luschey, dessen bibliothek ich hier anbiete. Siehe wikipedia: Heinz Luschey (* 3. Dezember 1910 in Berlin; † 1. Januar 1992 in Tübingen) war ein deutscher Klassischer Archäologe. Seine Fachgebiete waren die Klassische und die iranische Archäologie.
  wie gestern, als ich in einem lokal saß. Kommt ein mann herein, den ich noch nie gesehen habe. Ich betrachte ihn 1-3 sekunden und sage dann zu meiner frau: „so könnte unser kunde XY in 10 jahren aussehen“. Meine frau sieht sich nun den mann auch an und sagt: “ich seh da keine ähnlichkeit“. Ich gehe zum dem mann, und es stellt sich heraus, dass er der bruder unseres kunden XY ist! beide wohnen ca 40 km von dem lokal entfernt, so dass es keinesfalls der kontext der begegnung war, der mich die ähnlichkeit erkennen ließ.  
Walter Gutbrod hing so sehr an seinen Werken, dass er sogar zu einer List griff, um Interessenten abzuwimmeln. Sein eigener Schwiegersohn bat ihn einmal um ein spezielles Bild, das ihm sehr gut gefiel. Gutbrod vertröstete ihn auf den nächsten Besuch. Bei dieser Gelegenheit dann versuchte er, dem Schwiegersohn eine identische Kopie unterzujubeln, was dieser aber aufgrund des andersartigen Papiers bemerkte. Das Thema kam noch kurz vor dem Tod des Künstlers zur Sprache
  Gestern war ich einen nachlass im etwa 50 km entfernten münsingen schätzen. Ich hoffe, dies durch eine attraktive versteigerungsankündigung demnächst belegen zu können. Auf dem rückweg kehrten wir in das restaurant gulewitsch in offenhausen ein. Dort hängen mehrere bilder von walter gutbrod, von dem ich gerade bei mir tausende bilder ausstelle. Neben einem gutbrod hängt dort ein werk des marinemalers egbert patzig, von dem ich schon für hunderttausende euro kunst verkauft habe. Auf einem pult im eingangsbereich des lokals liegt ein buch über den bedeutendsten offenhausener künstler aus, wolfgang stock. In meinem „reutlinger künstler lexikon“ ist wolfgang stock als einziger offenhausener künstler in der kreiskarte verzeichnet. Den nachlass seiner schwester habe ich einige hundert meter weiter einst versteigert. Sie war die lebensgefährtin des chemikers butenand, der das männliche sexualhormon entdeckt hat.
  Es kann durchaus von nachteil sein, sich antiquarische ausgaben zuzulegen. Ich lese gerade das buch von Uwe timm "der freund und der fremde", in dem sich der autor berühmt, eine ovid-ausgabe von 1766 zu besitzen. Leider zitiert er daraus falsch: aus dem verfluchten IXION, der zur strafe auf ein unentwegt rollendes rad gebunden ist, wird IRION! So hieß der justitiar der IHK reutlingen... ich nehme an, dass die fehllesung auf die barocke druckform des buchstabens X zurückgeht, das einem R ähnelt. ich bin mir auch sicher, dass es dort NICHT heißt, "irions Rad erstaunete", sondern erSTARRete.
  Dem Historiker Varro (1. Jhdt. v. Chr.) geht es in seinem Buch „antiquitates“ um eine zeitgemäße Erneuerung der Fundamente Roms. „Für die Zukunft bedarf es einer sorgfältigen Rückschau, um die geeigneten Heilmittel für die derzeitige Notlage wieder-zubeschaffen. Dies aber kann nur ein Antiquar bewerkstelligen. Varro (...) reklamiert (...) den Rang eines Retters der Kulte und Neubegründers des Vaterlandes.“ (Markus Peglau: Varro, ein Antiquar zwischen Tradition und Aufklärung, in: A. Haltenhoff u.a., O tempora, o mores! Römische Werte und römische Literatur in den letzten Jahrzehnten der Republik, Leipzig 2003, S. 138)
  Ich habe schon oft berichtet, dass ich etliche der geschenke erworben habe, die der schah dem bundeskanzler kiesinger mitbrachte anlässlich seines staatsbesuchs in der brd 1967, der die 68-er revolution ausgelöst hat. Die unruhen in berlin führten zum tod des studenten benno ohnesorg. Nun lese ich gerade die biografie ohnesorgs aus der feder seines freundes uwe timm. Timm erzählt, dass er sich nur an zwei politische debatten mit dem eigentlich unpolitischen benno erinnere, davon die eine über die als empörend empfundene ernennung von wolfgang fränkel zum generalbundesanwalt trotz dessen ns-vergangenheit. Nun erstaunt es mich, dass sich fränkels bibliothek ebenfalls bei mir befindet.
  wie jetzt, wo er gerade gestorben ist. das sieht mir fast so aus, als hätten die besitzer der von ihm verfassten bücher nur darauf gewartet, sie vom autor unbeobachtet abgeben zu können. Wenn das schon mit unserem vorzeigetübinger geschieht (neben hans küng hat er m.W. die meisten google-einträge), mach ich mir über mein nachleben keine illusionen.
  Am Sonntag erwarb ich 2 bibliotheken, die nicht nur deshalb hochspannend für mich waren, weil ich auf ihnen die ganze soziale leiter von oben bis unten hinauf- und hinabsteigen konnte. Darunter befand sich ein buch mit einer gedenkrede von henry kissinger, der sicherlich zu den einflussreichsten politikern der gegenwart zählt, auf den ehemaligen bosch-chef Hans L. Merkle, bei dem einst meine schwiegermutter arbeitete, als er noch in reutlingen tätig war. In einem gehobenen restaurant bediente mich öfter ein kellner, den ich auch privat kennenlernte. Ich sagte mal zu ihm, er sei der geborene butler. Offenbar sahen dies merkle und seine tochter, die ebenfalls dort verkehrten, genauso, denn sie engagierten den zuvorkommenden mann als - butler. Leider verstanden sie sich anschließend nicht so gut wie erhofft, so dass der ehemalige kellner auch durch diesen wechsel nicht sein glück machte. Aber immerhin eine nette an-heck-dote, oder?
  Zu den bedeutendsten autographen, die ich je hatte, gehörten solche von verdi, die ich aus dem nachlass seines librettisten erwarb, dessen nachkommen wiederum bei bozen leben, wie meine tante, über die ich an das alles kam. Der käufer lud mich mal in seine gartenlaube ein, in der schon karajan gesessen hatte..
  Dieser tage fand ich in einer alten kunstzeitschrift, die noch vor meiner geburt erschienen war,  einen sehr positiven artikel über einen künstler, der später zu mir in den laden kam und davon eine gekonnte skizze anfertigte. Ich fragte ihn, ob er mir die farbzeichnung verkaufen würde. Wir einigten uns über den preis, ich nahm das werk in meinen besitz. Erst nach langer zeit bemerkte ich, dass er mir eine handkolorierte fotokopie untergejubelt hatte! Wer also glaubt, direkt vom erzeuger am sichersten zu erwerben, wird hiervon überrascht sein.
  Gestern bekam ich zufällig von der zeitschrift DIE KUNST UND DAS SCHÖNE HEIM das aprilheft 1957 in die hände, also aus dem monat meiner geburt. Zu der gesamten zeitschrift habe ich nicht nur 1997 das register veröffentlicht (isbn 3-924249-23-7), sondern auch von den AUTOREN dieses heftes einen als kunden gewonnen, einen anderen besucht. Zu den in dieser nummer erwähnten KÜNSTLERN: mit arthur fausers witwe und seiner schwiegertochter hatte ich tel. und brieflichen kontakt, oskar schlemmers von mir erworbene totenmaske transportierte ich in meinem auto, von h.-j. harpignies besaß ich mal ein ölgemälde, von albrecht appelhans bin ich ein enkelschüler. Zu den INSTITUTIONEN im april-heft: die dort erwähnte hans-thoma-gesellschaft reutlingen hatte einen vorsitzenden, alfred hagenlocher, dessen sammlung großteils zu mir kam, die stadt crailsheim wurde von gustav schleicher wiederaufgebaut, dessen künstlerischer nachlass bei mir ist. Zu den BÜCHERN: das dort erwähnte lexikon thieme-becker hat einen nachfolger, das AKL, zu dessen autoren ich gehöre. FERNER: das heft ist komplett falsch paginiert, was außer mir vielleicht 56 jahre lang niemand bemerkt hat. Und ZULETZT: auf der einbandrückseite ist ein ganzseitiges inserat von vorwerk, von denen ich mal 500 dm schmerzensgeld bekam (die geschichte habe ich hier neulich erst erzählt - bitte oben rechts in meiner suchmaschine vorwerk eingeben.)  FAZIT: die lektüre einer 56 jahre alten zeitschrift muss nicht langweilig sein.
  gestern bekam ich ein ölgemälde herein, signiert „Adelhheid Scholl“, mit 2 h, offensichtlich ein fehler. Der aber gar nicht einmalig ist: auf einem gemälde des malers keller-reutlingen sah ich die signatur „Kellerr-Reutlingen“ (mit 3 r hintereinander). Man sollte annehmen, dass intelligente leute ihren eigenen namen richtig schreiben können und dass die auf einem ölgemälde erforderliche langsamkeit des signierens die konzentration fördere, aber das gegenteil scheint der fall zu sein.