Die fdp will radarwarngeräte zulassen und solidarisiert sich so m.E. mit den tätern statt mit den opfern von raserei: verletzten kindern, getöteten alten, angefahrenen haustieren u.a. Viele radiosender biedern sich bei ihren hörern an und warnen auch vor blitzern, und das oft mit unseren rundfunkgebühren, die so in unmoralischer weise für die propagierung von rücksichtslosigkeit verwendet werden. Was halten Sie von einem verein, der nun umgekehrt die raser anprangert? Ich stelle es mir hübsch vor, mit einem mobilen messgerät das tempo eines vorbeifahrenden autos zu messen und dann auf der homepage des vereins zu posten: „VORSICHT: roter bmw mit der nr. Ab-cd 5678 fuhr gerade mit 76 km/h durch dusslingen“. Da bin ich gespannt, ob die fdp und div. radiosender auch noch mit von der partie sind...
Vorgestern abend gehe ich am waldrand spazieren und sehe, wie ein fuchs vor mir flieht. Anschließend bemerke ich, dass er offenbar dabei war, sich an einen reiher heranzuschleichen, der noch immer da stand. Dass das schöne federvieh nicht weiß, was es mir zu verdanken hat, bin ich ja gewohnt.
Gerade betrat ein kunde mein büro. Als er meinen 70-kilo-hund erblickte, erschrak er und verließ den raum fluchtartig. Draußen zeigte er mir von einem zu verkaufenden objekt auf seiner digitalkamera ein foto, das ich nur mit hilfe meiner brille betrachten konnte. Ich nahm also die kamera und ging zurück ins büro, um die brille dort aufzusetzen. Er stürzte hinterher, trotz seiner erklärten angst vor hunden: “was machen Sie mit meiner kamera?“ Hat er darauf verbotene bilder oder nahm er allen ernstes an, ich würde seine kamera entwenden oder austauschen??
Heute sind die handwerker bei mir: ein zimmermann baut mir eine galerie ein und gewinnt so 60-70 qm. Nach 3 1/2 jahren bin ich schon wieder am ende mit meinem platz von bislang 2500qm. 300 000 bücher, 500 stühle, 150 tische, 40 schränke u.v.a. brauchen halt viel raum ...
ich am gehtempo meiner kunden schon auf dem hof erkennen kann, ob sie etwas kaufen oder verkaufen wollen? soll heißen: leute mit verkaufsabsichten gehen schneller als solche, die lieber einkaufen wollen!
wir haben bei ebay 1 signierten holzschnitt von gerhard grimm für 28€, für den der künstler selbst das 10fache und ein kollege woanders das 5fache verlang(t)en. Jetzt bekamen wir 6 mails von einem interessenten: er wollte zunächst wissen, weshalb manche unserer blätter von grimm signiert und manche zusätzlich nummeriert seien und ob das etwas über die echtheit aussage. So weit, so gut. Doch dann fragte er: „Wie sehen Sie die Unterschiede des Werts und dessen Entwicklung zwischen nummerierten und nicht nummerierten Exemplaren“. Ich hatte nie das blatt mit wertsteigerungsgarantie angeboten. Diese kuriose frage zeigt aber, wie kunst landläufig gesehen wird: alles andere wird bis zum schrottwert konsumiert, kunst aber muss im wert steigen. Da fragte ich mich schon, ob ich verarscht werde, zumal der name des kunden dem eines titanic-autors gleicht. Zuletzt verlangte er, da er in der schweiz wohnt, dass ich ein ausfuhr- und zollformular ausfülle, damit er die mehrwertsteuer in höhe von 1,80€ (EIN EURO) spart! Und selbst als wir ihn höflich baten, doch einfach vom kauf abstand zu nehmen, schrieb er zurück, er würde jetzt kaufen. doch da hatten wir ihn schon gesperrt.
Gerade zeige ich meiner 17jährigen mitarbeiterin einen dreschflegel und frage sie, was man damit macht. antwort: „mähen.“ Da müsste sie aber lang dreschen, bis das gras ordentlich gekürzt wäre.
heute entdeckte ich im eigenen bestand ein buch, das wohl schon jahrzehnte hier ist und mit 50 cent ausgezeichnet war: die autobiografie des sozialisten   HENRI GUILBEAUX, MON CRIME, von  1918, die ich jetzt für über das hundertfache bei ebay eingestellt habe, weil sie extrem selten ist.
Sütterlin muss man nicht nur lesen können, sondern auch lesen wollen, um folgende entdeckungen zu machen: in einem jüngst hier eingetroffenen manuskript von 1920-40 beschreibt eine alte tübingerin, dass ihre mutter um 1850 bei schillers sohn hausmädchen war, was ich erst nach längerer lektüre entdeckte. Und obwohl ich nun nur 50€ dafür bekam, ist das doch ein schöner fund. bemerkenswert auch das erlebnis der mutter, wie ihr im alter von 12 auf dem tagelangen fußweg von lorch nach tübingen (80 km!), nur um dort die kranke großmama zu besuchen, im schönbuch ein einsiedler begegnete, der ihr so angst machte, dass sie von dort den rest rannte. 1 tag später erzähle ich absichtslos einem gaildorfer kunden von diesem fund, woraufhin dieser sagt, dass schillers sohn in gaildorf geheiratet habe und das manuskript daher auch für ihn interessant gewesen wäre. ich sage gar nicht erst, wie wenig ich dafür bekommen habe, da ich sonst sicher gehört hätte: "da hätte ich Ihnen viel mehr gegeben!"
die südwestpresse bezeichnet mich anlässlich der unerwartet erfolgreichen benefizauktion zugunsten krebskranker kinder in gammertingen als "Tübinger Starauktionator", was ich für schmeichelhaft, wenn auch stark übertrieben halte.
wenn ja, welchen? wenn nein, warum nicht? nach eingang der richtigen antwort wird der eintrag wesentlich erweitert.
ich habe gerade den nachlass eines oberschichtlers, darunter reisebriefe seines vaters. der machte 1899 eine weltreise und berichtete brieflich seiner mutter nach hause, wie sie mit dem schiff von singapur losfuhren. Etliche chinesen hätten ihre gepäckträger nicht  bezahlt, so dass diese an bord blieben, um sich ihren lohn doch noch zu ertrotzen. Doch als das schiff ablegte, sprangen sie nach und nach ins wasser. Der junge mann schreibt: „einige davon ertranken; es sah ganz komisch aus, als sie mit ihren sonnenschirmen und hüten ins wasser sprangen“.
Es gibt kunden, die zahlen mir freiwillig ein paar euro für einen schutzumschlag, der ihrem buch fehlt. Es gibt aber auch andere: einem kunden, der mir bislang vor allem durch übles feilschen aufgefallen ist, fehlt ein buch aus einer serie, das ich besitze. Er besitzt das buch zwar auch, aber in anderer aufmachung (sein rückenschild ist rot, meins braun). Damit er nun seine reihe vereinheitlichen kann, biete ich ihm an, sein exemplar gegen meins auszutauschen (zu welchen konditionen, sage ich nicht. Ich hätte es ihm eventuell kostenlos überlassen, dachte mir aber, dass er vielleicht freiwillig 5-10€ aufzahlen könnte). Der kunde bringt also gestern sein exemplar und fragt, ob er zusätzlich zu meinem buch noch 1 bierkrug mitnehmen dürfe, da sein exemplar ihn 50€ gekostet habe, während meins nur 25 koste! Zu einer zuzahlung, auf der ich nun bestand, ist er nicht bereit, eine glatt halbstündige debatte führt zu dem ergebnis, dass er nun nicht wohl mehr kommen wolle. Dass ich auch einen tausch versteuern muss und somit ohne zuzahlung seitens des kunden draufzahle, da für mich als händler die mehrwertsteuer fällig wird, kann er kaum wissen. Dass ich im jahr sechsstellige fixkosten habe und deswegen bald pleite wäre, wenn ich ständig 1: 1 tauschte, kann er immerhin ahnen. Aber seine idee finde ich schlicht unverschämt und ärgere mich über mich, dass ich gehofft hatte, durch mein freundliches angebot einen kleinlichen menschen zu einer großzügigen geste bewegen zu können. Wenn er nicht mehr käme, „wär au net viel he“.
Gerade war eine liebe kundin da, die in tübinger kirchenkreisen eine gewisse rolle spielt (mutter einer vermutlich nicht ganz so frommen facebook-freundin von mir). Sie bedauert, dass ich nicht pfarrer geworden bin: „Sie wären bestimmt landesbischof geworden“! wäre es mir um karriere gegangen, hätte ich schon nicht um 1979 das stipendium ins stift ausgeschlagen, das mit kostenlosem wohnen und verpflegung sowie fast sicher mit einer späteren stelle verbunden gewesen wäre.
Da ich noch im altersheim die nachlässe meiner verstorbenen mitbewohner zu taxieren gedenke, kann ich hoffentlich ohne einen € rente leben.
neffe eines regierenden europäischen fürsten, kaufte gestern bei mir einen linolschnitt mit seinem schloss darauf. Das erinnert mich an den noch viel unwahrscheinlicheren fall eines professors, der in meinem tübinger laden sein haus in italien auf einem meiner ölgemälde abgebildet sah und das bild deswegen kaufte.
Gerade kommt ein stammkunde über den hof mit einem bild unterm arm. aufgrund  seines status als hobbyhändler und seines gesichtsausdrucks nehme ich an, dass er es für ein gemälde hält. Ich erkenne aber ungelogen aus fast 10 metern entfernung, dass es ein druck ist, was sich bei näherer untersuchung bestätigt. Das muss für unerfahrene wie magie klingen. Ich habe es auch schon mal aus 15 metern geschafft. Der schlüssel zur erkenntnis sind die farbwerte, die bei gemälden so praktisch nicht vorkommen, aber für drucke typisch sind. Der kunde ist übrigens im moment noch da, will aber auf keinen fall seinen namen nennen lassen.