Thomas Leon Heck
Willkommen auf thomasleonheck.de, der Seite des Dußlinger Auktionators, Verlegers, Antiquars und Kunstexperten Thomas Leon Heck.
2012 November
Als till eulenspiegel einmal in nürnberg nicht zu einem fest eingeladen wurde, bohrte er ein loch in die wand des festsaals, kackte in einen blasebalg und blies den üblen geruch samt material in die festversammlung, der es darob gehörig den atem verschlug.
2012 November
Ich habe einen niedlichen französischen sekretär aus der epoche charles X (um 1830). Wenn ich arzt wäre, würde ich den auch deswegen kaufen, um folgende anekdote berichten zu können: Als der vorgänger von könig charles 1824 im sterben lag, sein bruder, der könig louis XVIII, sagte der „allons, charles attend“ (gehen wir, charles wartet), was die anwesenden leibärzte aber auch so verstehen konnten: „charlatans“ (ihr Scharlatane).
2012 November
Als gerade ein sehr netter und munterer kunde (der einzige mir bekannte mensch außer meinem vater, der seinen beamtenstatus aufgegeben hat) von seinen 15 000 schallplatten berichtete, sah ich nach seinem ehering und entdeckte erwartungsgemäß keinen. Ich kenne nämlich keinen verheirateten mann, dessen frau so eine sammelwut akzeptieren würde, und keine frau, die so einen mann nähme oder behielte. Anschließend teilte er von sich aus mit, dass er nie familie wollte, auch wegen seines sammeltriebes. Ich kann nur sagen, dass er zufrieden wirkte.
2012 November
Ich habe schon mal in einem einzigen Jahr Sachen von sechsstelligem Wert zurückerworben, die ich zuvor an meine Kunden verkauft hatte, zum Teil aus deren Nachlass, zum Teil sogar mit sehr persönlichen Notizen über mich. So hatte ich lange zuvor einen Zeitungsartikel verfasst über „Grieshabers Bibliothek als Grundlage eines Psychogramms“. Auf das Urteil meines besten Kunden war ich gespannt. Er lobte auf meine Frage hin zaghaft meinen methodischen Versuch, aus einer Büchersammlung den Charakter eines Menschen ablesen zu wollen. Als er gestorben war, fand ich in seinem Nachlass den Brief eines „Kollegen“, in dem dieser meinen Artikel als „peinlich“ bezeichnete. Mein Kunde hatte an den Rand geschrieben: „stimmt“!
2012 November
Wenn meine eineinhalbjährige enkelin souveräner und intelligenter mit dem handy ihrer mutter umgeht als ich, ist das schon ein deutliches, aber auch charmantes signal für eine generationenkluft in sachen medienkompetenz.
2012 November
Anlässlich des heutigen auftritts einer musikband in tübingen erinnere ich mich, wie der bandleader mal in meinen laden kam, wo ich mich gerade mit einem teenager unterhielt. Als ich den musiker erblickte, sagte ich zu dem jungen mann, der schon da war: „Kennen Sie eigentlich die band XYZ?“ und hoffte dabei, die beiden in ein interessantes gespräch zwischen künstler und fan zu verwickeln und mich ganz nebenbei als in mancher hinsicht ergiebige plattform zu präsentieren. Doch die antwort: „Ach, hören Sie auf mit dem Scheiß!“ ließ meine träume peinlich platzen.
2012 November
Ein kunde aus bodelshausen besucht mich nicht mehr aus angst vor meinem hund, obwohl der noch nie jemandem etwas getan hat. Als ich dem kunden einmal anbot, meinen hund anzuleinen, sagte er: „die leine könnte reißen“. Das hielt ich für ziemlich paranoid. Heute leinte ich meinen hund vor einem haus an, während ich eine bibliothek einlud. Als ein fremder hund vorbeikam, tobte er gegen den. (hunde hasst er, weshalb ich auch keine in meine halle lasse.) Dabei riss sein 1cm dickes halsband, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Das zeigt wieder mal: so unberechtigt war die paranoia des kunden gar nicht.
2012 November
Bei ebay suche ich werke des tübinger malers karl wusch und bin daher auf den begriff WUSCH abonniert. Statt dessen kriege ich immer wieder eine hummelfigur mit dem titel „dreckspatz, wasch dich“ angeboten
2012 November
Anruf am Samstag von einer älteren frau, die wirres zeug redet. Dank nummernanzeige und internet kann ich feststellen, dass sie schon dutzenden personen ihre wahnhaften vorträge gehalten hat. Irgendwie beruhigend.