Nach einer Radiosendung in SWR 4 über meine Kunsthalle vor wenigen Tagen setzte sich ein Schweizer in Basel in den Zug, um mich zu besuchen, und zog nach einigen Stunden bücherbeladen wieder ab. So ein starkes Interesse freut mich als Händler natürlich, selbst wenn der Umsatz nicht bemerkenswert hoch war.
Unsere heute erhaltene 2000. bewertung bei ebay ist anlass, auf über 7 jahre auf diesem neuartigen marktplatz zurückzublicken, der, wie das web insgesamt, die welt verändert hat. Wie bei jedem medial vermittelten jubi-leon üblich, möchte ich mich hier zunächst bei meinen über 3000 ebay-kunden bedanken, manche sind von anfang an dabei und gute geschäftsfreunde geworden. mein besonderer dank geht an meine frau: sie hat mich zu ebay gedrängt, und der erfolg gibt ihr recht. Ich wollte zunächst unter keinen umständen bei ebay einsteigen, 1. weil ich nicht wusste, dass vorkasse üblich ist, 2. weil das forum die anonymität pflegt, die mir verhasst ist, 3. weil ich abenteuerliches über ausgetauschte und anschließend retournierte waren gehört hatte, 4. weil ich schikanen durch androhung negativer bewertungen fürchtete. 5. weil ich annahm, ein drittel der sachen wegen des gesetzlichen rückgaberechts zurückzuerhalten. Zu 1. es gab zwar einige wenige kunden, die nie bezahlt haben, aber da ich die ware noch hatte, war das kein großes problem. Zu 2. die anonymität ist mir auch heute noch zutiefst unsympathisch. Ich verstehe auch nicht, dass sich selbst händler nicht zu erkennen geben. Haben sie etwa einen schlechten ruf? Mein motto „mit offenem visier“ hat sich hier bewährt. Zu 3. ein solcher betrugsfall ist mir kein einziges mal vorgekommen, nicht mal der versuch. Zu 4. einige käufer versuchten zwar, nach dem erhalt der ware den preis zu drücken, doch hatten sie damit (bei 1-2 ausnahmen) keinen erfolg. Zu 5: wenn wir 1 stück pro halbjahr zurückerhalten, ist es viel. Inzwischen kann ich das forum sogar loben (besonders die kundschaft, nicht die ebay-zentrale): 1. aus meinem ebay-shop mit über 2000 objekten ist mir kein einziges gestohlen worden - das ist für mich der schönste vorteil gegenüber meinem realen laden. 2. Bei den ebay-kunden kommt es sehr viel seltener vor als im laden, dass sie einem die zeit stehlen, und auf unverschämtheiten muss man gar nicht reagieren, was im laden praktisch nicht geht, wenn man einander gegenübersteht. hier muss man solche leute erst mal loswerden. 3. Wenn bei ebay einer zu unrecht feilscht, nur damit der preis gedrückt ist, setze ich den preis oft höher, besonders wenn ich das objekt für günstig halte. Wenn ich danach die ware für mehr verkaufe, kann ich dem feilscher sogar noch für das so eingenommene schmerzensgeld dankbar sein. Preise heraufsetzen kann ich zwar im laden auch, da bekommt es aber keiner mit, was den triumph doch deutlich abschwächt. 4. phänomenal ist es, wenn ich etwas einstelle, nach minuten verkaufe und innerhalb weniger stunden das geld via paypal aus dem ausland habe, und das ganze womöglich noch an einem sonntag. Solche verkäufe ins ausland dauerten früher nicht stunden, sondern wochen. Ebay kostet allerdings SEHR viel zeit: so haben wir zu zweit in über 7 jahren nur ca 6000 artikel geschafft, das sind nur knapp 2 am tag! während ich im laden in ein buch 1Euro reinschreibe und es ins regal stelle, zahlt man, besonders bei niedrigpreisartikeln, im netz vor allem den zeitaufwand der beschreibung. Da kostet ein buch dann schnell das zehnfache. Der nachteil der transparenz durchs netz ist dann für die kunden der, dass sie mir bücher anbieten auf der basis von preisen, die zehnmal höher liegen als meine. Eine einigung ist bei solchen voraussetzungen schwierig. So haben wir nun für über 3000 verkäufe 2000 bewertungen (für den sorgfältigen versand ist alleine meine frau zuständig), davon keine einzige negative, was manche wundert. Ich kann über solche skepsis nur den kopf schütteln, denn selbstverständlich macht man auf dauer nur gute geschäfte, wenn man korrekt ist. Der umsatz bei ebay ist ein verlässliches standbein meiner vielen aktivitäten geworden. So ist es eine meiner ersten morgendlichen aktivitäten, die ebay-verkäufe abzurufen, und manchmal habe ich im schlaf dort mehr umsatz gemacht als den ganzen tag im laden.
soeben hat ein langjähriger kunde den laden verlassen, den ich beim klauen erwischt habe. er stand seit einigen wochen unter verdacht, weil etwas nach seinem letzten besuch gefehlt hat. meine frau nahm gleich an, dass er der täter sei, während ich ihn verteidigte:"nein, ich glaube das nicht", weil ich diesem depressiven und arbeitslosen menschen stets mit viel freundschaftlicher anteilnahme begegnet bin. ich bot ihm sogar mal einen job bei mir an. heute ließ ich ihn dennoch nicht aus den augen - mit erfolg. er will den schaden ersetzen, da er das diebesgut weiterverkauft hat. trotzdem bleibt bei mir ein ganz bitterer geschmack zurück.
heute war ich beim dorfmetzger in dusslingen. er stellte mich einem anwesenden handwerkermeister vor: "das ist der herr heck". der sagte: "ja, ich weiß, den hat die sparkasse beschissen". ich bin froh, dass mein rechtsstreit in der öffentlichkeit so aufgefasst wird und nicht umgekehrt, dass ich die sparkasse beschissen hätte.
uralte details tauchen massenhaft auf, die man selbst schon längst vergesssen hatte. heute habe ich also wieder einmal thomas leon heck in einem antiquariatsforum eingegeben und fand 5 bücher unter meinem namen: 1 wird mir zwar zugeschrieben, ist aber gar nicht von mir (so eine fehlleistung setzt schon einen gewissen bekanntheitsgrad voraus), 1 kostet gebraucht mehr als bei mir neu, 1 stammt aus dem besitz eines künstlers, der in diesem buch beschrieben ist und der sich in einem beiliegenden brief über ein redaktionelles versehen von mir beschwert (etwa in der art: "jetzt muss ich wieder 100 jahre warten, bis das richtiggestellt ist"!), und in 1 exemplar meines egoismus-buchs hatte ich geschrieben, dass man gerade ein werk zu diesem thema eigentlich nicht verschenken sollte, was ich aber offenbar dennoch tat (an wen nur?). wie recht ich hatte, denn jetzt ist es - welch undank - (ungelesen?) im antiquariat gelandet.
im schwäb. tagblatt v. 9.3.2011 wird der film von andreas veiel über gudrun ensslin und bernward vesper besprochen, die beide hier in dusslingen lebten. (wann trägt das mal bitte jemand bei wikipedia unter "dusslingen" ein? auch herta däubler-gmelin gehört da eingetragen! womit die beiden bekanntesten dusslingerinnen ganz oben -justizministerin a.d.- bzw. ganz unten -terroristin- in der rechtsordnung stehen!) es wird nun in der filmrezension die episode erwähnt, in der bernward vespers vater, der nazi-dichter will vesper (an der herausgabe seiner werke hat gudrun ensslin übrigens noch mitgewirkt! das buch habe ich hier zu verkaufen.) die katze seines sohnes erschießt, denn katzen seien "die juden unter den tieren". hier wird doch einiges stark verkürzt: in bernward vespers autobiographie "die reise" (s. 336 ff) steht, dass die katze einen junghasen gerissen habe, weshalb sie vom alten vesper erschossen wurde. seine skepsis gegen katzen hatte der vater schon vorab erläutert. sie stammten aus ägypten und "passen nicht zu uns". sie seien "falsch" und "eine fremde, unberechenbare rasse". von juden ist da keine rede. "die deutschen lieben die hunde". mal abgesehen von der pädagogischen grausamkeit, die der alte seinem sohn antat: ich liebe hunde und katzen und kann mich daher vespers vorurteilen gegen die haustiger nicht im geringsten anschließen. ich bestreite auch nicht, dass er seinen unbezweifelbaren antisemitismus hier biologistisch zu untermauern versucht. trotzdem ist der zusammenhang indirekter als der in der rezension suggerierte.
da ich zu denen gehöre, die viel zu erzählen, aber wenig zu sagen haben, und meine zahlreichen selbsterlebten an-heck-doten liebe, wollte ich deren glaubwürdigkeit untermauern mit dem einführenden satz: "ich sage Ihnen heute abend 1 unwahrheit - finden Sie heraus, welche"! doch die einzige bewusste unwahrheit, die ich an diesem abend auftischte, war diese ankündigung selbst, es zu tun: denn alles andere war wahr (oder zumind. von mir für wahr gehalten). die meisten kennen das paradox "ein kreter sagt, alle kreter lügen". wenn mein obiger satz wahr ist, ist er unwahr, wenn unwahr, dann wahr. eine doppelte paradoxie? oder bin ich mir selbst in die falle gegangen? oder bin ich zu blöd? oder erkennt man hier die unvereinbarkeit von logik und sprache? ich bitte ehrlich um antwort!!
auf latein verschickt. vor jahrtzehnten wäre ich darin noch fitter gewesen, doch damals habe ich nur briefe in dieser sprache gewechselt.
ich gehe aber vors oberlandesgericht stuttgart. der bisherige vorgang ist zu googlen unter meinem namen und "kreissparkasse tübingen" oder unter www.tagblatt.de. ich werde die gesamte geschichte hier online stellen, muss aber erst meinen anwalt rüdiger diez konsultieren, nicht dass ich noch mehr ärger bekomme. die begründung des landgerichts, ich hätte den tank grob fahrlässig nicht entdeckt, erinnert mich an die rechtsprechung der 70er jahre, wo man opfern von vergewaltigung (mit)schuld gab, weil sie im minirock nachts unterwegs waren. ich bezeichne mich selbst auf dieser homepage unter gesuche als "technischen vollidioten": dass ich persönlich den rundum eingemauerten tank vor dem kauf der immobilie und des warenlagers/inventars (von insolvenzverwalter dr. kulas und ksk tü) im nov. 2008 nicht gesehen habe, will daher wenig besagen. dass aber meine frau als arichtektentochter, mein eigener architekt, zwei unfallsachverständige von landeskriminalamt und versicherung, ein auf gewerbeimmobilien spezialisierter makler, ein weiterer kaufinteressent, ein herr von der umweltabteilung des landratsamts und viele andere den tank auch nicht sahen, ist schon ein starkes indiz dafür, dass er einfach nicht ohne weiteres sichtbar war. das gericht hat leider keine vor-ort-besichtigung vorgenommen, so dass es keinen eindruck haben kann davon, wie unübersichtlich riesig das gelände ist und wie voll mit waren u.a. Die zeugen konnten den tank auch nicht sehen, da das einstiegsloch zugestellt war. Nachdem ich von handwerkern im märz 2009 auf den tank hingewiesen wurde, teilte ich dies der ksk mit (die den verkauf betrieb und gleichzeitig seit 25 jahren meine hausbank ist) und fragte mich, was jetzt wohl kommen würde: entweder "wir haben nix gewusst" oder "wir haben es Ihnen gesagt". ich erhielt brieflich zur antwort: "die information über den tank hat uns sehr überrascht. selbstverständlich wussten wir (WIR!!) nichts von einem 45.000 liter altlastentank". überraschenderweise (um es neutral zu formulieren) argumentiert die ksk nun vor gericht, sie hätte mir den tank sogar gezeigt! da nun plötzlich auch ein foto vom april 08 ins gespräch gebracht wurde, auf dem das einstiegsloch unverstellt zu sehen sein soll, gehe ich anders als das gericht von arglistiger täuschung aus und hoffe, damit vor höherer instanz durchzukommen! nach meiner überzeugung war der mangel nicht nur versteckt, er ist versteckt WORDEN! CUI BONO? die kanzlei des insolvenzverwalters teilte mir zunächst mit, kein wirtschaftliches interesse an einem prozess gegen mich zu haben, da mein geld an die ksk flösse. die einrede der verjährung ist m.e. schäbig, da ich den tank noch vor meinem einzug entdeckte. aber da die bank über ein jahr still hielt, war die sache für mich erledigt. leider tappte ich da möglicherweise in die verjährungsfalle. ich fühle mich also in verschiedener hinsicht professionell ausgetrickst. wie stand doch so treffend in der überschrift eines tagblatt-artikels vom 3.8.2009 (für mich leider zu spät): "misstrauen Sie Ihrem bankberater"!