Thomas Leon Heck
Willkommen auf thomasleonheck.de, der Seite des Dußlinger Auktionators, Verlegers, Antiquars und Kunstexperten Thomas Leon Heck.
2011 November
aus platz-, zeit- und kräftegründen muss ich erstmals in 35 jahren einen ankaufstop für gewöhnliche bücher verhängen. ich habe in den letzten 4 wochen etwa 50 000 bücher hereinbekommen, darunter wissenschaftliches von höchstem niveau. Das reicht mir vorerst! für stammkunden und bibliophile bücher mache ich natürlich eine ausnahme! wenn Sie selbst gewöhnliche gern bücher los hätten, können Sie die ja vielleicht bei dem internetantiquariat anbieten, wo Sie zuletzt eingekauft haben. wenn man dort nicht gleich abwinkt, werden Sie eine liste machen müssen, die dann doch nur wenig aussagt. da sich der verkauf alter bücher immer mehr ins netz verlagert und der ortsansässige ladenhandel darüber eingeht, rächt sich das jetzt für den kunden, der alte bücher VERkaufen will. früher hätte ich zehnmal mehr für bücher bezahlt als heute, wo ich mir oft vorkomme wie eine gastgeberin, die den ganzen tag delikate speisen zubereitet, und kaum einer kommt dann zum festessen. aber so lange die mentalität vorherrscht, dass man nur das kaufen will, was man ausdrücklich sucht und das dann noch in lichtgeschwindigkeit vorliegen soll, werde ich es schwer haben. wenn ich morgens vor 6 uhr anfange, meine letzetn neueingänge auszuzeichnen, bin ich immer wieder erstaunt und auch beflügelt davon, wie viele tolle und mir bislang unbekannte themen und autorINNen es gibt. ein buch in die hand zu nehmen und zu überfliegen ist für mich nicht dasselbe wie eine elektronische liste durchzublättern. es gab zeiten, da war das stöbern in einem antiquariat eine entspannung und keine mühsal. wenn die maßnahme wieder aufgehoben ist, erfahren Sie es an dieser stelle.
2011 November
das buch von helmut stein, "abc der modernen wirtschaft", kostet woanders 12€. das hab ich gerade etwa 800x weggeworfen. in einem anderen antiquariatsforum mit 25 millionen büchern bietet es niemand an. das könnte dafür sprechen, dass sich die kollegen nicht die mühe der beschreibung machen wollen. zu recht, meine ich. denn ein reihentitel "für junge menschen" klingt allzusehr nach (veralteter) pädagogik, die ohnehin mit am schlechtesten geht bei mir. (was einen wundert, geriert sie sich doch als hüterin ewiger wahrheiten!) zudem ist das buch von 1972: darin ist noch die rede von der EWG, von einer umsatzsteuer von 11% etc. Schon der einleitende satz rechtfertigt mich in meinen gewissensnöten: "Um dieses Buch herzustellen, mußte die ganze Wirtschaft eingesetzt werden. Zunächst wurde es geschrieben, dann gesetzt, dann gedruckt, dann gebunden und schließlich verkauft." das stimmt eben nicht: ich nehme an, ich habe gerade 80% der auflage vernichtet! somit hat der autor in seiner überheblichkeit den antiquar (oder eine andere art von entsorger) übersehen. das allein verdient die strafe des purgatoriums.
2011 November
habe ich soeben bei KOCHBÜCHERn eingestellt
2011 November
wenn mein 1 1/2 zentner hund domino einen anspringt und man dabei umfällt.
2011 November
sagt das meines erachtens wenig über seine qualität. nicht einmal über seinen erfolg. bei meinen derzeit abzuwickelnden 4 verlagen finde ich manche bücher bis zu 1000 mal vor, die von guter qualität sind, andere werfe ich weg (was mir in jedem fall mindestens schwer fällt, wenn nicht sogar gewissenbisse oder depression bereitet), ohne ihre qualität zu prüfen, einfach weil ich sie für unverkäuflich halte (zumindest in solchen mengen). hierin könnte ich mich natürlich irren. die riesigen übiggebliebenen mengen sprechen am ehesten für eine fehlkalkulation bei der herstellung oder für einen managementfehler im verlag. wieso z.b. bietet der altverleger seinen autoren die bücher nicht an, wie ich es tat? so hätte er wenigstens den einen oder anderen kleinen erfolg gehabt. doch ist er nach seinem langen verlegerleben des umgangs mit der oft schwierigen gattung der autoren vielleicht müde? er sagte nämlich: "am ende des jahres werde ich nie einen verlag gehabt haben."
2011 November
aus einem soeben erworbenen verlagsbestand bot ich 1. einem autor mehrere seiner bücher an, er wollte keines kaufen, seine tochter wollte sie nicht mal geschenkt. obwohl es in meinen augen z.t. sehr gute bücher sind. einem weiteren, der auch keines seiner bücher wollte, hätte ich am liebsten zweideutig geantwortet: "das verstehe ich ". 2. ein weiterer autor kaufte alle seine bücher zurück, ein anderer immerhin 50 exemplare (von 500 - ächz). ein dritter hatte schon mehrfach beim verlag nachgefragt, ob es noch exemplare gebe, was ihm jedesmal verneint worden war. er freute sich sehr, als ich ihm sein buch nun doch noch 25 x anbieten konnte. 3. einem autor bot ich sein erstlingswerk (in wikipedia aufgeführt) neuwertig ein paar hundert mal an für je 1€. er würde 5 davon nehmen! kopfschüttelnd nehme ich zur kenntnis, was manche autoren zu ihren büchern für ein verhältnis haben. der verleger soll dafür zahlen, ihnen selbst ist ihr buch nichts oder wenig wert. da versteh ich autor nr. 4 besser als nr 3: nr 4 verzichtete auf die von ihm signierte vorzugsausgabe, nahm dafür aber die unsignierte mehrfach. die signatur ist ihm verständlicherweise kaum etwas wert, da er sie selbst ja jederzeit daruntersetzen kann, während dritten ein signiertes exemplar mehr wert sein sollte als ein unsigniertes. 5. der sohn eines autors wollte mir zwar alle bücher seines vaters abkaufen, ließ sich aber für seine entscheidung zu lange zeit, so dass die ware schon irgendwohin verschwunden und bei der ersten suche unauffindbar war. 6. dass ein über 90jähriger autor seine noch 500x hier vorhandene dissertation nur 2x will, kann sogar ich verstehen. 7. mein bislang bester kunde bei dieser aktion ist ein türkischstämmiger arzt, der in deutschland praktiziert und seinem vater dessen buch 500x zu weihnachten schenkte. wie angenehm war seine art, den preis zu drücken: er schrieb, dass er 100 expl. zu meinem preis nehmen würde oder 500 für die hälfte. da konnte ich es mir aussuchen, ohne das gesicht zu verlieren. wie anders ein deutscher professor. ihm bot ich seine bücher an, die ich ca 1000x da habe, gestaffelt je nach mengenabnahme zwischen 2,80€ und 9€. er schrieb von oben herab:"Ihre Preise sind nach meiner Erkenntnis ziemlich überhöht: Das Bändchen hat bei seinem Erscheinen unter 10 Mark gekostet." das war 1975 und damit vor bald 40 jahren! zum zeitpunkt seiner behauptung war das werk weltweit nirgends zu kaufen, so dass kein aktueller vergleichspreis zur verfügung stand. ein anderes buch desselben professors, das er anschließend suchte und das ich nun 7x fand, biete ich ihm gar nicht erst an. ich bin ja nicht christian wulff, der offenbar alles mitnimmt, was geht. zusammengefasst: es ist mir in wenigen wochen gelungen, einige tausend bücher zu verkaufen und damit wohl mehr als der verlag selbst in jahren!
2011 November
im moment löse ich vier verlage allein in tübingen auf und erhalte somit zehntausende weiterer bücher, zusätzlich zu meinen bereits ca 300 000 vorhandenen. in einem der verlagsarchive befand sich hunderte male ein christlich-erbauliches buch. da fromm eh sehr schlecht geht und ich zudem nicht weiß, wie ich solche mengen davon jemals verkaufen soll,  warf ich fast alle davon weg. "dran glauben müssen" erhält so eine ganz neue bedeutung...
2011 November
meine youtube-serie "Thomas Leon Heck - Mit offenem Visier" startet ab heute wieder in neuer überarbeitung. bislang sind die ersten beiden folgen zu sehen.
2011 November
dass jemand ein ölgemälde brachte von einem blumenstrauß, der auf einem fenstersims lag. durch das offene fenster konnte man in ein flusstal blicken. nun besaß ich exakt dasselbe motiv in aquarell. die frage war zunächst, ob mein künstler von dem anderen oder dieser von meinem kopiert hatte. es gab allerdings auch noch die möglichkeit, dass beide von einer gemeinsamen vorlage abkupferten. dies sollte sich nun bestätigen, als ein buch hereinkam, in dem die vorlage für beide gemälde abgebildet war! und noch mal ein paar monate später kam eine repoduktion herein mit dem namen des künstlers: hans prentzel. abgebildet ist rothenburg an der tauber.
2011 November
steht automatisch unter jedem hier erstellten blogeintrag. das ist schon selbst wieder einen kommentar wert. ich soll der 1. meiner freunde sein, der das mag! oder du sollst der 1. deiner freunde sein, der das mag. webmaster, uebernehmen Sie...